Fest der Begegnung in St. Pölten

Der "Skandal der neuen Sklaverei durch Menschenhandel" war der inhaltliche Schwerpunkt des diesjährigen "Festes der Begegnung" am Rathausplatz von St. Pölten. Bereits zum sechzehnten Mal veranstaltete die Betriebsseelsorge St. Pölten, gemeinsam mit Caritas, Diakonie, Emmaus, Amnesty International und zahlreichen Migrantenvereinen dieses Festival. Ein Open-Air-Programm mit Musik, Tanz und Kulinarischem aus verschiedenen Ländern und Kontinenten lud zum "Kennenlernen und Verstehenlernen" der jeweils anderen Kultur ein.

"Viele Menschen müssen fliehen", sagte Mag. Sepp Gruber von der Betriebsseelsorge St. Pölten bei der Eröffnung des Festes, "und Europa hat als einzige Antwort Abschottung." Davon würden jedoch vor allem kriminelle Vereinigungen profitieren. "Je restriktiver die Gesetze, desto höher die Gewinne des Menschenhandels", so Bauer. Die legale Einwanderung und das Bleiberecht müßten daher "erleichtert" werden.

Das "Fest der Begegnung" sei eine "Einladung zum gegenseitigen Kennenlernen und Verstehenlernen", erklärte die St. Pöltner Vizebürgermeisterin Susanne Kysela. In der Begegnung und im Zusammenleben der verschiedenen Kulturen gehe es um "Ausgewogenheit im Geben und Nehmen." Kysela: "Das darf nicht einseitig sein, sondern muss von beiden Seiten kommen: In der Mitte können wir uns treffen."

"In der Begegnung können wir von einander lernen", meinte Msgr. Dr. Gottfried Auer, Kanzler des Ordinariats der Diözese St. Pölten. Diese Begegnung dürfe jedoch nicht auf das Fest beschränkt bleiben, sondern müsse auch im Alltag gelebt werden, so Auer. Auch der Integrationsbeauftragte der Stadt, Mag. Michael Putzenlechner betonte, dass es "zum Weg des Dialoges keine Alternative" gebe.
Dass der Beitrag der Migranten "eine wertvolle Bereicherung für unsere Gesellschaft" sei, unterstrich die evangelische Pfarrerin Baukje Leitner-Pijl. "Wir wollen ihnen entgegengehen und sie annehmen, wie sie sind - unabhängig von ihrer Vergangenheit."