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Fastensuppe gegen Ungerechtigkeit

Zahlreiche Landespolitiker und Landesbeamte nahmen am "Benefizsuppenessen" der Kath. Frauenbewegung am 6. März zur Aktion "Familienfasttag 2007" im Leopoldsaal des NÖ Landhauses in St. Pölten teil. Mit dieser Aktion werden weltweit über 130 Projekte gefördert. Unter den Teilnehmern Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll sowie seine Stellvertreter Heidemarie Onodi und Ernest Gabmann, die Landesräte Karin Kaltenbach, Mag. Wolfgang Sobotka und DI Josef Plank.
Die Suppe wurde von Michaela Schachner vom Hotel Krone in Maria Taferl, kredenzt.

Teilen macht stark

Seit 50 Jahren führt die Kath. Frauenbewegung Österreichs den Familienfasttag mit einem Benefizsuppenessen durch, wies die Diözesanvorsitzende Heli Renner hin. Er steht diesmal unter den Motto "teilen macht stark", denn, so die Frauenvorsitzende, "jene die geben, befreien sich aus den Zwängen ihrer Ichbezogenheit" und stärken jene die auf die Hilfe von anderen angewiesen sind. Teilen sei so eine menschliche Klimaverbesserung, zu der jeder beitragen könne, sagte sie.
Auch Generalvikar Prl. Leopold Schagerl unterstrich die tiefere Grundlage der Fastenzeit, wieder bewusster in der Gegenwart Gottes zu leben. Diese Grundeinstellung müsse weiterwirken in das Leben jedes Christen und in die öffentliche Verantwortung hinein, betonte er.
Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll wies auf die "Gunst der Stunde" hin, die unser Land beim Wiederaufbau genutzt habe. Nicht überall auf der Welt gebe es diese Voraussetzungen. Wir müssen daher, so der Landeshauptmann, Verantwortung für all jene spüren, die auf der Schattenseite des Lebens stehen und aus Dankbarkeit für unsere Lage jenen helfen.

130 Projekte weltweit

Doris Munoz, Projektpartnerin der Frauenbewegung aus Santiago de Chile, die sich derzeit in der Diözese aufhält, berichtete anschließend über ihr Projekt, eines von über 130 weltweit, die von der Frauenbewegung unterstützt werden.
Im Centro Ecumenico Diego de Medellin arbeiten Theologen, Sozialwissenschaftler und Erwachsenenbildner zusammen, um für die Armen durch Bildungsarbeit im pastoralen und gesellschaftlichen Bereich sowie in der Begleitung von Basisgruppen zu wirken.
Das größte Problem in Chile ist die strukturelle Ungerechtigkeit, erzählte Munoz. Sie habe zu einer immer größeren Kluft zwischen arm und reich geführt. Immer mehr Familien müssen auf Kredit kaufen und verschulden sich zusehends. Gesundheit, Bildung und öffentliche Dienstleistungen wurden privatisiert und der Zugang der Armen dadurch massiv eingeschränkt. Nur 16 Unternehmensgruppen kontrollieren 80 Prozent des chilenischen Bruttoinlandprodukts.
Hier hakt das Centro Ecumenico ein. Es fördert und vernetzt christliche Gruppen und ökumenische Initiativen, um sie zu kritischen Handeln für eine gerechtere Gesellschaft zu führen, es will Prozesse in Gang setzen, die mehr Bewusstsein schaffen und die ökumenische Dimension der Kirchen und christlichen Basisgemeinden stärken.