Familienverband muss Heimat bieten

Der Familienverband hat die große Aufgabe, den Familien Heimat zu geben, ihnen Mut zu machen und beizustehen, damit Rahmenbedingungen geschaffen werden die es den jungen Menschen erleichtern, sich für die Familie zu entscheiden. So Bischof DDr. Klaus Küng bei der 55. Jahreshauptversammlung des Familienverbandes der Diözese St. Pölten am Samstag, dem 25. Oktober in Kirchberg an der Pielach. Beim abschließenden Gottesdienst in der Kirche meinte der Bischof, es sei ein häufiges Problem von Ehe und Familie, dass sich die Partner voneinander die Erfüllung all ihrer Sehnsüchte erwarten, die nie erfüllt werden können. Viele streben nur nach materieller und sinnlicher Befriedigung, wies der Bischof hin. Das Ergebnis sei innere Leere. In jeder Ehe gebe es auch schwierige Situationen, die zu bewältigen seien, sagte der Bischof.
Christen hätten Mittel dazu, solche Wege zu finden und zu gehen, auch wenn es oft schwierig sei. Wichtig für eine glückliche Ehe sei aber die Entdeckung der Ehe als Sakrament, wies der Bischof hin. Christen wissen, dass Jesus gleichsam „am Ufer steht“ und in der Nähe sei. „Wer mit ihm lebt wird entdecken, dass das Boot der Ehe nicht kentert, auch wenn der Sturm weht“, verglich der Bischof. „Wer lernt, Jesus zu entdecken, findet einen Weg, damit das Leben fruchtbar wird“, betonte Küng.

Entwicklungsförderung bei Kindern
Im Hauptreferat des Tages hatte die Erziehungsberaterin des Verbandes, Sissy Heiss, über die neu in das Blickfeld gerückte „neurophysiologische Entwicklungsförderung“ informiert. Diese Erkenntnis sei von Dr. Peter Blythe in Chester entwickelt worden und über Schweden und Deutschland nun nach Österreich gelangt. Durch diese Methode könnten heute viele Entwicklungsstörungen bei Kindern behoben werden. Sie basiere darauf, dass sich frühkindliche Reflexe entwicklungsbedingt nicht zurückgebildet haben und sich dann auf die weitere Entwicklung, vor allem in der Schule, hemmend auswirken, etwa Langsamkeit, unsauberes Schriftbild, usw. „Kinder können diese resistenten Reflexe oft nicht ausschalten“, sagt die Expertin – die einzige in Niederösterreich, die derzeit die dafür nötige Therapie anbietet. Anzeichen für diese Art entwicklungsbedingter Störungen seien Auffälligkeiten in der Schwangerschaft oder im Verlauf der Geburt, aber auch eine feststellbare Entwicklungs- und Sprachverzögerungen.
Derartige Therapien wie auch ergotherapeutische Behandlungen werden aber derzeit von den Krankenkassen nicht übernommen. Dass die Eltern dabei finanziell nur auf sich gestellt sind, sei eine Herausforderung für den Familienverband, darin aktiv zu werden, regte der Vorsitzende des Familienverbandes, Dr. Josef Grubner an.

Neuwahl des Vorstandes
Im ersten Teil der Jahreshauptversammlung nahm auch der neue Präsident des Kath. Familienverbandes Österreichs, Dr. Clemens Steindl teil. Bei der durchgeführten Neuwahl des Diözesanvorstandes wurde Dr. Josef Grubner als Vorsitzender wiedergewählt. Sein Stellvertreter ist DI Dr. Walter Feninger. Rosa Eder bleibt Schriftführerin und Mag. Petra Riediger-Ettlinger Stellvertretende Schriftführerin. Franziska Schaberger wurde Kassierin und Oberst Mag. Herbert Walzer ihr Stellvertreter.
Weiters sind im Vorstand vertreten: Sissy Heiss aus St. Veit/Gölsen, Michaela Joksch aus St. Andrä-Wördern, Helga Liedlbauer aus Böheimkirchen, LAbg. Dr. Martin Michalitsch aus Eichgraben, Christa Pfoser aus St. Pölten und Barbara Wieser aus Waidhofen/Ybbs.

Dass für diese 55. Jahreshauptversammlung gerade Kirchberg als Versammlungsort gewählt wurde, habe seinen Grund auch darin, dass Kardinal DDr. Franz König, der vor 55 Jahren den Katholischen Familienverband der Diözese St. Pölten in Melk gegründet hatte, aus Kirchberg stammte.