Familientrainer-Ausbildung vom Land anerkannt

Ein Zertifikat der NÖ Landesakademie - und damit eine öffentlich-rechtliche Anerkennung ihrer Ausbildung zu Familientrainern - erhielten 44 Trainer-Paare der Schönstatt-Bewegung am Freitag, dem 17. März, im NÖ Landhaus überreicht. Sie sind damit berechtigt im Rahmen des "NÖ Partnerschaftstrainings", einer Initiative des Familienreferats des Landes NÖ, Kurse für Paare abzuhalten. Zum Festakt fanden sich im St. Leopoldsaal des NÖ Landhauses Diözesanbischof Klaus Küng, Landesfamilienreferent Peter Pitzinger und Günther Kienast von der NÖ Landesakademie ein. In Vertretung von Landesrätin Johanna Mikl-Leitner überreichte Landtagsabgeordneter Martin Mischalitsch die Zertifikate an die Trainer-Paare.

2005 gab es in NÖ 4.000 Scheidungen

Bei 7.000 Eheschließungen gab es in NÖ im vergangenen Jahr 4.000 Scheidungen, rechnete Landesfamilienreferent Pitzinger vor. Diesem Trend wolle man mit dem NÖ Partnerschaftstraining entgegenwirken. Die angebotenen Kurse würden zunehmend in Anspruch genommen: Während 2004 die Anzahl der Kurseinheiten noch bei 93 gelegen wäre, habe man 2005 bereits 238 Einheiten gezählt.

Diözesanbischof Klaus Küng betonte die Wichtigkeit, Maßnahmen zu setzen, die Ehe- stabilisierend wirken, denn die Familie auf Grundlage der Ehe wäre die beste Voraussetzung für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung der Kinder. Die Mobilität, äußere Einflüsse, Berufstätigkeit, und veränderte Rollenbilder wären heute die großen Herausforderungen. Es gelte den Paaren Wege zu zeigen. Die beste Voraussetzung um anderen zu helfen wäre dabei die eigene Erfahrung.

Landtagsabgeordneter Martin Michalitsch wies darauf hin, dass das Land NÖ mit einer Fülle von Aktionen auf die Familien zugehe. So werde etwa bei jeder personenbezogenen Förderung das gewichtete pro-Kopf Einkommen praktiziert. Günther Kienast von der NÖ Landesakademie bezeichnete die Leistungen, die in der Familie passieren als "unbezahlbar" und "bitter notwendig" für die Gesellschaft. Gerade deshalb habe die NÖ Landesakademie beim Partnerschaftstraining gerne mit dem Familienreferat kooperiert.

"Im "Apfel der Ehe" ist oft ein Wurm drinnen, den wir versuchen, raus zu bekommen", erklärten Eva und Erich Berger von der Schönstatt Familienbildungsakademie die zweijährige Ausbildung zum Familientrainer. Nährboden für die Ausbildung ist das christliche Menschenbild: Mann und Frau in Liebe verbunden. "Wir versuchen ein Klima zu schaffen, wo Wachstum möglich ist. Schön, wenn man erleben kann, dass andere das aufnehmen", waren sich Eva und Erich Berger einig.

Gabi und Martin Kräftner erläuterten die vielschichtigen Aufgabenbereiche von Familientrainern: Vorträge in Schulen, Pfarren, Kindergärten, Familienpastoral in Pfarren, Begleitung von Familientagungen, Begleiten von Familienrunden, Unterrichtseinheiten in Schulen zum Thema Sexualität, Familienfeste, Einkehrtage, Hausgespräche und Ehevorbereitung.