Familien brauchen Heimat und Stütze

Es sei eine wichtige Aufgabe für die Pfarren, jungen Familien Heimat und Stützte zu sein. Dies betonte Bischof DDr. Klaus Küng in seiner Predigt am Dienstag, dem 14. März beim Gottesdienst im Rahmen der Frühjahrskonferenz der Österreichischen Bischöfe in der Basilika am Sonntagberg. (Predigt im Wortlaut)Bei nicht wenigen Problemen unserer Zeit finde sich die Lösung letztlich nur in Gott, wies Bischof Küng in seiner Predigt hin. Dies bewusst zu machen sei eines der größten Anliegen von heute. Dringlich sei, so der Bischof weiter, den Menschen das Ehesakrament wieder besser zu erklären, damit es auch verstanden werde. Wie er sagte, können Schwierigkeiten fast immer überwunden werden, wenn bei Auftreten von Problemen Christus gesucht, auf ihn gehört und auf ihn gebaut werde.

Der Bischof wandte sich auch gegen den Vorwurf, die Kirche verkünde in Zusammenhang mit Ehe und Familie Ideale, die für viele eine Überforderung darstellen. Man übersehe dabei, so Bischof Küng, dass Gott gerade deshalb seinen Sohn gesandt hat, damit die Menschen trotz ihrer Schwächen und Schwierigkeiten es wagen können, zu dem Ja zu sagen, was Gott von ihnen erwarte. Der christliche Weg sei daher "ein realistischer Weg, bei dem die Begrenztheit unserer Kräfte und unserer Fehlerhaftigkeit mitbedacht ist", sagte er wörtlich. Wenn heute eine Familie konsequent christlich leben will, brauche sie Kontakt zu anderen christlichen Familien, sie bedürfe der Stärkung und benötige Anregungen und Hilfe. Es sei "heute und auch morgen" eine "große und wichtige Aufgabe für die Pfarren", jungen Familien beizustehen und ihnen Heimat und Stütze zu sein.

Als wichtig bezeichnete der Bischof, die Ehepaare zur Bejahung von Kindern zu ermutigen. Die demografische Frage sei eines der schwerwiegendsten Probleme Europas, wies er hin. Die Erfahrung zeige, dass aber das Erwachen des Glaubens in den Herzen der Ehepaare auch ihre Großzügigkeit wecke und sie "Kinder als Reichtum und Schatz" erfahren lasse. Es sei daher eine wichtige Aufgabe der Kirche unserer Zeit, den Familien wieder Mut zum Kind zu machen. Dringlich sei es auch, so Bischof Küng, "Allianzen zu Gunsten der Familie, insbesondere der kinderreichen Familie zu suchen". "In Bezug auf Ehe und Familie warten große und dringliche Aufgaben auf ihre Verwirklichung. Eine Trendwende muss eingeleitet werden", rief Bischof Küng abschließend auf.

Trotz tiefwinterlicher Bedingungen waren zu dieser Messe mit den Bischöfen Österreichs zahlreiche Gläubige aus der Diözese, aber auch Vertreter des öffentlichen Lebens gekommen. Abt Berthold Heigl vom Stift Seitenstetten, das die Seelsorge am Sonntagberg seit Jahrhunderten betreut und Pfarrer P. Gregor Ortner bezeichneten dieses Ereignis als "einmalig in der Geschichte dieses Wallfahrtsortes". Genau vor 300 Jahren, 1706, wurde mit dem Bau der heutigen Wallfahrtskirche begonnen. Beim Gottesdienst sang der Chor "Musica Capriciosa" die "Messe ohne Gloria und Credo" von Anton Bruckner.

Predigt im Wortlaut