Exklusive Glasfenster, Buchmalereien und Skulpturen

Glasfenster, Buchmalerei und Skulpturen aus der Gotik sind diesmal das Thema der Sonderausstellung im Diözesanmuseum St. Pölten, die bis 16. Oktober zu sehen ist. Es ist keine große Schau, aber exklusive Kunst, die selten in dieser Form zu sehen ist und sich mit den ebenso einzigartigen Beständen gotischer Kunstwerke des ältesten Diözesanmuseums Österreichs hervorragend ergänzt, erklärt Diözesankonservator Dr. Johann Kronbichler bei der Eröffnung.


Im Mittelpunkt der Sonderschau steht die Glasmalerei aus der Pfarrkirche von Heiligenblut. Diese zwei noch erhaltenen Fenster wurden soeben restauriert und sind nun "hautnah" zu bewundern. Im Zentrum des aus sechs Glasscheiben bestehenden Rundfensters ist oben in der Mitte Christus als Schmerzensmann dargestellt, wie er eine Hostie zeigt. Die umgebenden Felder sind mit fünf Heiligenfiguren besetzt. Wähhrend sich diese Glasmalerei stilistisch dem bayrischen Raum zuordnen lässt, entstammen die Glasmalereien des zweiten Heiligenbluter Glasfensters einer lokalen Werkstätte aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.
Diese zentralen Ausstellungsstücke werden durch einzelne Glasgemälde aus den Pfarrkirchen Lunz, Neustadtl und Ramsau ergänzt, die sich bereits im Besitz des Diözesanmuseums befinden. Künstlerisch besonders wertvoll ist die spätgotische Darstellung der "Stephanus-Scheibe" aus der Pfarrkirche Eggenburg.
Weitere gotische Ausstellungsstücke sind Skulpturen aus der Pfarrkirche Spitz und erlesene Exemplare gotischer Buchmalerei, die in der in der Kerensbibliothek zu bewundern sind. Darunter befinden sich Kostbarkeiten wie eine um 1230 entstandene lateinische Bibel mit zahlreichen figürlich geschmückten Initialen, ein Missale aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts und eine 1438 datierte Sammelhandschrift.


Die Kunstwerke zeugen von der Glaubensüberzeugung der Menschen


Bei der Eröffnung am 2. Mai unterstrich Diözesankonservator Dr. Johann Kronbichler die Bedeutung dieser erlesen Ausstellung, bei der bewusst auf einen Katalog verzichtet wurde, da manches dieser Gegenstände bereits im Grundkatalog aufscheinen und dort eingehend beschrieben sind. Diözesanbischof DDr. Klaus Küng zeigte sich erstaunt über die Reichhaltigkeit des Museums und meinte, dass das St. Pöltner Diözesanmuseum nicht nur das älteste seiner Art in Österreich sei, sondern sich auch Seite an Seite mit den anderen zeigen könne.
Gerade sakrale Gegenstände hätten etwas ganz Besonderes an sich, sagte er. Dahinter stünde die Glaubensüberzeugung der Menschen einer bestimmten Zeit mit ihren besonderen Akzenten. Es entwickle sich eine Liebe zu diesen Kunstobjekten, deren Wert nicht mehr materiell zu bemessen sei.
So sei es wichtig, diese Kunstwerke immer wieder hervorzuholen und sie zu zeigen, sagte der Bischof. Wer darin das Wesentliche erfasse, werde dabei selbst bereichert.


Der Abgeordnete zum Landtag, Dr. Martin Michalitsch überbrachte die Grüße des Landeshauptmanns und hob die gute Zusammenarbeit von Land, Klöstern und Stiften sowie der Diözese hervor. Er betonte, dass die kulturelle Landschaft Niederösterreichs ohne das Diözesanmuseum nicht vollständig wäre. Gerade die Gotikausstellung weise auf eine spirituelle Dimension hin, die heute in Europa fast abhanden gekommen zu sein scheine.


Das Diözesanmuseum ist bis 16. Oktober geöffnet:
Dienstag bis Freitag, 10 - 12 und 14 - 17 Uhr
Samstag, Sonn- und Feiertags 10 - 13 Uhr,
Eintritt 4.- €, Führung nach Vereinbarung.