Europäisches Abendlob im Dom zu St. Pölten

In fünf Sprachen feierten die Gläubigen aus acht Ländern Ostmitteleuropas am Vorabend des Mitteleuropäischen Katholikentags in Mariazell im Dom zu St. Pölten den abendlichen Wortgottesdienst. Die Pilger kamen aus Tschechien, der Slowakei, aus Ungarn, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Rumänien und aus Lettland. Zu Pfarren und Diözesen jener Länder gibt es seit vielen Jahren enge "Kontakte, Verbundenheit und Freundschaften", wie der Direktor des Pastoralamtes, Bischofsvikar Msgr. Wilfried Kreuth in der Begrüßung betonte. Er erinnerte daran, dass diese Länder, die auch "eine große gemeinsame Geschichte" verbindet, nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und der jüngst erfolgten Erweiterung der Europäischen Union besonders gefordert seien, "zu einer gesicherten Gemeinschaft auf wirtschaftlicher, kultureller und religiöser Ebene" beizutragen. Im gemeinsamen Beten und Bitten der Gläubigen an diesem Abend und am folgenden Tag in Mariazell soll gerade auch "diese politische Verantwortung füreinander" wieder bewusst werden, unterstrich er.

Das gemeinsam gesungene Katholikentagslied "Du Herr der Völker und der Zeit", das jeder in seiner Landessprache, ungarisch, tschechisch, kroatisch, slowakisch oder deutsch anstimmte, erfüllte den Dom. Bei aller Verschiedenheit der Sprachen blieb der gemeinsame Rhythmus und die gleiche Melodie das verbindende Element. Die Psalmengebete wurden von den teilnehmenden Ländern abwechselnd in deren Landessprache gesprochen, ehe der Kehrvers in lateinischer Sprache alle wieder vereinte. Beim vierstimmigen Magnificat und vor allem beim gemeinsamen "Vater Unser" stimmten alle mit ein. Musikalisch wurde das "Europäische Abendlob" vom Ensemble des Konservatoriums für Kirchenmusik und dem KAPA-Chor mit Mitgliedern aus Katholischer Aktion und Pastoralamt mitgestaltet.

Eine deutsch sprechende Teilnehmerin aus Ungarn meinte nach dem Abendlob: "Hier hat sich Gemeinsamkeit und Verschiedenheit im gemeinsamen Glauben gezeigt". Bereits am Nachmittag konnten die über 200 Gäste die barocke Innenstadt von St. Pölten sowie den Dom besichtigen. Nach dem Abendlob waren alle zu einer Agape in das Bildungshaus St. Hippolyt geladen.