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Es ist Pflicht, Frauen in Not zu helfen

"Selbstverständlich ist es für jeden Christen Pflicht, Frauen in Not zu helfen. Die Kirche tut viel in diesen Bereich", erklärte Bischof DDr. Klaus Küng in einem Gespräch gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur "Kathpress" zu Äußerungen von Frauenministerin Doris Bures, die in der Tageszeitung "Standard" "mehr Zurückhaltung" kirchlicher Amtsträger zu Fragen des Lebensschutzes gefordert hat. "Wir können unmöglich schweigen", sagte der Bischof mit Verweis auf die Bibel. "Es muss auch in Österreich erlaubt bleiben, auf die Bedeutung, die Würde und die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens von seinem Beginn an bis zum natürlichen Tod hinzuweisen". Dabei gehe es der Kirche nicht darum, Menschen zu verurteilen. Es bleibe aber "jeder Verstoß gegen die Integrität des Lebens ein schweres Vergehen", betonte der Bischof. Daran ändere auch die Fristenlösung nichts, auch wenn nach diesem Gesetz unter bestimmten Bedingungen Straffreiheit gewährt werde.

Die Abtreibungen lassen "eine tiefe Wunde in den Herzen der Menschen zurück", vor allem bei jenen, die Abtreibung vornehmen und an sich vornehmen lassen, sagte der Bischof weiter. Die Kirche helfe den Betroffenen durch die Vermittlung der Vergebung. Sie stoße niemanden zurück, der seinen Fehler einsehe und umkehre. Es sei Pflicht der Kirche, auch in diesem Sinne zu helfen, betonte Bischof Küng.

Gegen die Forderung der Frauenministerin nach mehr Sexualaufklärung und bessere Kenntnis der Verhütung unterstrich der Bischof, dass Sexualerziehung wichtig sei, sie müsse aber in Liebe geschehen und eine ganzheitliche Sicht des Menschen vermitteln. Manche Broschüren an den Schulen würden eine "verkürzte Sicht der Sexualität und des Menschen" bieten. Diese "fragwürdige Art der Aufklärung", die nicht aufzeige, was wahre Liebe sei, sondern nur Verhütungsmittel anpreise, führe nicht zum Rückgang der Abtreibungen, kritisierte Bischof. Dadurch werde der Trend, Sex als Konsumgut zu betrachten, verstärkt.

Auf die Meinung von Frauenministerin Bures, die Bischöfe müssten "liberaler werden", entgegnete Bischof Küng: "Liberaler werden ist jedenfalls nicht immer ein Fortschritt".

Stellungnahme im Wortlaut