"Erst die Einsicht macht ein Gesetz auch sinnvoll"

Ein neues Gesetz verbietet Abgabe von Alkohol und Tabak an Jugendliche unter 16 Jahre. "Nun liegt es in der Verantwortung der Erwachsenen, diesem gesetzlichen Rahmen auch Sinn zu geben", meint der Vorsitzende des Kath. Familienverbandes Dr. Josef Grubner. Aufgrund einer Art Grauzone im NÖ Jugendschutzgesetz war der Zugang zu Alkohol und Nikotin für Jugendliche bisher nicht allzu schwer. So war es zwar bislang verboten, dass Jugendliche unter 16 Alkohol und Tabak konsumieren, nicht aber, dass alkoholische Getränke und Zigaretten - z. B. im Supermarkt oder in der Trafik- an sie abgegeben wurden. Das hat sich nun geändert. Das neue Gesetz verbietet auch die Abgabe von Alkohol und Tabak an Jugendliche unter 16 Jahren. Händlern und Gewerbetreibenden, die sich nicht an das Gesetz halten, drohen Strafen bis zu 15.000 Euro.


"Mit der Gesetzesänderung haben die Politiker gezeigt, dass ihnen das Wohl unserer Kinder und Jugendlichen am Herzen liegt" meint Grubner. Nun müssten auch die Gastwirte und Geschäftsleute zeigen, dass sie diese Verantwortung gegenüber der Jugend auch wahrnehmen.


Genauso seien auch die Eltern und Erzieher aufgefordert, den Jugendlichen den Sinn dieses Gesetzes vor Augen zu führen. "Erst die Einsicht bringt einen echten Fortschritt", meint Grubner. Auch ein noch so gut formuliertes Gesetz könne nicht die Tatsache verdecken, dass laut aktueller Umfrage ein Fünftel der unter 15-Jährigen täglich Alkohol trinkt und der Zigarettenkonsum in dieser Altersgruppe beachtlich hoch ist. "Diese Entwicklung beobachten wir mit großer Sorge. Wir müssen dem mit engagiertem Beispiel, durch Gespräche und Aufklärung entgegentreten", ruft Grubner die Eltern, Erziehung und alle Menschen in der Öffentlichkeit auf.


Grubner begrüßt daher die Verschärfung des NÖ Jugendschutzgesetzes, das der NÖ Landtag mit den Stimmen aller Parteien beschlossen hat und bittet alle, diese Maßnahmen zu unterstützen. "Denn für unsere Jugend und die Zukunft unserer Kinder müssen wir alles tun, was sie schützt und vor schädlichen Einflüssen bewahrt. Vor allem ist wichtig, dass die Jugendlichen selbst die Einsicht bekommen, was ihnen schaden kann".