Erprobung des neuen "Gotteslobs" ab erstem Adventsonntag

Seit über 30 Jahren ist das katholische Gebet- und Gesangbuch "Gotteslob" in den Pfarrgemeinden des deutschen Sprachraumes in Gebrauch. In dieser Zeit hat sich viel getan und manches verändert, auch im kirchlichen Leben. Darum haben die Bischofskonferenzen von Deutschland und Österreich sowie der Bischof von Bozen-Brixen den Auftrag erteilt, ein neues "Gemeinsames Gebet- und Gesangbuch" (GGB) zu erarbeiten.

Auch das neue Buch wird "Gotteslob" heißen. In ihm wird sich vieles von dem finden, was im jetzigen Buch enthalten ist, denn Bewährtes soll erhalten bleiben. Daneben aber wird es Neues geben: Neues Liedgut hat sich entwickelt, ältere Gesänge haben neue Wertschätzung gefunden, neue Gebete und Gottesdienstformen sind entstanden. Das neue "Gotteslob" soll den Menschen von heute helfen, im Gottesdienst, in der häuslichen Feier und im privaten Gebet ihren Glauben zu leben und zu feiern.

In seinem Aufbau lehnt sich das neue "Gotteslob" an die derzeitige Ausgabe an. Es wird wieder einen gemeinsamen Stammteil geben, dem die Eigenteile der Diözesen angefügt sind. Drei große Kapitel bilden den Stammteil: 1. Geistliche Impulse für das tägliche Leben, 2. Psalmen, Gesänge und Litaneien und 3. Gottesdienstliche Feiern.

Bevor die Arbeitsgruppen begonnen haben, Materialien für das neue "Gotteslob" zu sammeln und neu zu erstellen, wurde in den Kirchengemeinden eine große Umfrage zum Gotteslob von 1975 durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Erhebung konnten dann in die Arbeit am neuen Buch einfließen. Ein weiterer Test steht jetzt an: Die für die Erarbeitung des GGB zuständige Unterkommission hat eine Auswahl von möglichen Inhalten des GGB zusammengestellt, die in ausgewählten Gemeinden von Advent 2007 bis Pfingsten 2008 erprobt werden sollen.

Vier Testpfarren der Diözese St. Pölten

Die Inhalte dieser Probepublikation - unter anderem Neue Geistliche Lieder, Tagzeitenliturgien, Andachten sowie mehrstimmige und mehrsprachige Liedsätze - werden in 188 Erprobungsgemeinden der 37 beteiligten Bistümer von mehreren Gruppen getestet. In der Diözese St. Pölten sind die Pfarren Krems-St.Veit, Gmünd-Neustadt, Hainfeld und Behamberg als Testpfarren ausgewählt worden.

Zum einen wird in den Testpfarren die Gottesdienstgemeinde befragt. Sie soll die Akzeptanz neuer Gebete, Lieder und Andachten bewerten. Die zweite Gruppe bilden einige Familien, die in der eigenen Wohnung das Hausgebet im Advent sowie die Feier am Heiligen Abend erproben sollen. Auch Layout und Register werden auf ihre Funktionalität geprüft. Als drittes kommen ca. 20 aktive Gemeindemitglieder ins Spiel, die sich bei der Befragung auf katechetische Inhalte wie Bibelschule und Gebete konzentrieren. Die vierte Gruppe setzt sich aus haupt- und nebenamtlichen pastoralen Mitarbeitern zusammen, die sich vor allem mit den gottesdienstlichen Feiern auseinandersetzen. Schließlich werden auch die Kirchenmusiker befragt: Sie sollen u. a. die Gemeindetauglichkeit der Lieder und Gesänge sowie die neu geschaffenen Orgelsätze in der Orgelbegleitpublikation beurteilen. Alle Ergebnisse werden in eine Internetdatenbank eingetragen und zentral ausgewertet.

Von der Testphase erwartet die Unterkommission Aufschlüsse über die Gemeindetauglichkeit möglicher Elemente des neuen "Gotteslob". Bis zur Veröffentlichung eines neuen Gebet- und Gesangbuches werden noch einige Jahre vergehen. Bis dahin bleibt das derzeitige Gotteslob das aktuelle katholische Gebet- und Gesangbuch.