Erneuerungsprozess - für eine Pastoral der Zukunft

Der bisherige Fortgang des Erneuerungsprozesses stand im Mittelpunkt der Beratungen der jüngsten Tagung des Pastoralrates der Diözese St. Pölten. Von den Leitern der drei Fokusgruppen wurde der Pastoralrat über den Stand der Beratungen und Entwicklung informiert. Bischof DDr. Klaus Küng: Wir müssen positive Schritte einleiten und nicht nur Bestehendes erhalten. Generalvikar Prl. Leopold Schagerl legte die neue Dekanatsstruktur vor, die mit Anfang September zum Tragen kommt. Die bisher bestehenden 25 Dekanate werden mit diesem Datum auf 20 reduziert. In weiteren Überlegungen, bei denen vor allem pastorale Mitarbeiter aus der Basis und Personen aus der Bevölkerung befragt und mit einbezogen waren, wurden Anforderungen für eine "Pastoral der Zukunft" gewonnen. Hervorgehoben wurden die Notwendigkeit einer "nachgehenden und hinführenden Seelsorge", eine breitere Vernetzung der vorhandenen Einrichtungen sowie ein intensiveres Miteinander, der Ausbau der Bildung, vor allem in den Bereichen der Verkündigung, Katechese und Sakramentenpastoral sowie eine Aufwertung der Regionen und eine stärkere Öffentlichkeitsarbeit.

Gute Grundlage

Bischof DDr. Klaus Küng zeigte sich beeindruckt von der geleisteten Arbeit und bezeichnete die vorläufigen Ergebnisse des Arbeitspapieres als "gute Grundlage für weitere Überlegungen". Ziel müsse es sein, eine qualitative Verbesserung der Seelsorge zu erreichen, sagte er. Dabei sei sicher auch eine Berichtigung mancher Strukturen notwendig, aber nicht vorrangig. In den vergangenen Jahrzehnten hätten sich die Lebens- und Denkweise gewaltig geändert, wies der Bischof hin. Dem müsse eine heutige und künftige Seelsorge Rechnung tragen.

Schritte für die Zukunft setzen

Der Bischof drückte seine Hoffnung aus, dass bereits im Herbst dieses Jahres grundlegende Aspekte für ein Konzept künftiger Seelsorge erkennbar sein werden. "Die Umsetzung wird allerdings noch mehrere Jahre dauern", zeigt sich Bischof Küng überzeugt. Er rief alle Anwesenden auf, sich auf Änderungen und neue Perspektiven einzulassen und erinnerte daran, dass nicht Strukturen im Vordergrund stehen, sondern "eine qualitative Verbesserung der Seelsorge" das wesentlichste Anliegen sei. "Wir müssen positive Schritte einleiten und nicht nur Bestehendes erhalten", betonte er.

Gelungene Beispiele suchen

In Arbeitsgruppen diskutierten die Mitglieder des Pastoralrates, wo es bereits Beispiele gelungener Zusammenarbeit gebe und wie solche Initiativen über die Pfarrgrenzen hinaus verstärkt werden können. So gebe es in einigen Regionen pfarrübergreifende Jugendmessen, pfarrübergreifende Sakramentenvorbereitungen, Wallfahrten und Andachten. Viele dieser Beispiele können bereits Anregungen für eine Seelsorge von Morgen sein.