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Erfolg für Arbeits-Integration der Caritas

Die Caritas St. Pölten hat eine Langzeitstudie über die Integration psychisch Kranker auf dem Arbeitsmarkt verfasst. Das positive Ergebnis konnte der Leiter der Studie und ärztliche Leiter der psychosozialen Dienste der Caritas, Univ. Doz. Dr. Stefan Frühwald, kürzlich präsentieren. In der Studie wurde die Arbeitssituation von 71 Personen untersucht, die von der Arbeitsassistenz bzw. von der BBO (Beschäftigung und Berufsorientierung), beides Einrichtungen der Caritas St. Pölten, zwischen 1998 und dem Jahr 2000 unterstützt wurden. Ein Jahr nach der Arbeitsrehabilitation waren noch immer 55 Prozent der Betroffenen beschäftigt, nach zwei Jahren 46 Prozent und nach drei Jahren 37 Prozent. Ein Ergebnis, das der Schweizer Experte für Arbeitsrehabilitation, Prof. Dr. Holger Hoffmann, auch im internationalen Vergleich als "sehr gut und erfolgreich" bezeichnete.
Für Dr. Frühwald zeigt das Ergebnis die nachhaltige Wirkung der Caritas-Arbeitassistenz bei der Beschäftigung und Qualifizierung sowie Unterstützung psychisch kranker Menschen beim Einstieg in die Arbeitswelt. Er folgert, dass das derzeit flächendeckende System der Arbeitsassistenz abgesichert werden müsse, aber auch das Angebot der BBO nicht nur in St. Pölten, sondern in den Regionen des Most- und Waldviertels notwendig wären. Eine weitere Begleitung der betroffenen Personen würde eine noch höhere Effizienz und Nachhaltigkeit bringen, wies er hin.


Eine psychische Beeinträchtigung wird mit einer erheblichen physischen Beeinträchtigung gleichgesetzt. Die Feststellung liegt dabei beim Bundessozialamt. Für Dozent Dr. Stefan Frühwald und den Leiter der Arbeitsassistenz, Max Gebetsberger liegt derzeit das Problem darin, dass einerseits die psychischen Erkrankungen steigen, andererseits die Chancen, psychisch Behinderte auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren, immer geringer werden. Vor allem sind davon Menschen, die an Schizophrenie und Depressionen leiden, betroffen.


Die Integration dieser Menschen gelinge vor allem in Klein- und Mittelbetrieben, bei denen die Firmenleitung engen Kontakt zu den Mitarbeitern pflegt und die gesamte Belegschaft hinter diesen Maßnahmen steht, meint Gebetsberger. Für die Firmen, die in ihrem Leitbild die Integration psychisch Behinderter berücksichtigen, seien diese Maßnahmen nicht belastend, weist die Leiterin der BBO, Renate Grasl hin. Diese können ja für eine Zeit eine Person "auf Probe" aufnehmen und selbst beurteilen, wie sie sich dieses Engagement bewährt. Im Rahmen de Qualifizierungsmaßnahmen sei viel möglich. Das Arbeitsmarktservice übernimmt zum Teil auch die Kosten.


Für eine unbedingte Absicherung dieser Bereiche sprach sich auch Caritasdirektor Mag. Friedrich Schuhböck aus. Wenn der Bedarf gegeben sei, müssen dafür Maßnahmen gesetzt werden, sagte er. Dabei sei es unerheblich, welche Einrichtung oder Institution dies übernehme. Die Caritas nehme dabei vor allem ihre Anwaltsfunktion für die sozial Benachteiligten wahr.