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Entscheidung für die Ehe

Als Auftaktveranstaltung für ein Projekt, das sich sozusagen in der Embryonalphase befinde wollte Bischofssekretär Dr. Bernhard Augustin das "Jugendforum" unter dem Titel "Ich weiß, ich muss mich entscheiden!" verstanden wissen, zu dem Diözesanbischof DDr. Klaus Küng zusammen mit der "Initiative Hauskirche" am Samstag ins bischöfliche Sommerrefektorium eingeladen hatte. "Wir sind dankbar für diese Initiative", so Augustin. Es gehe darum, "Menschen mit ihrem Leben zu Wort kommen zu lassen" und darauf hin zu weisen, dass "die Kirche ein Wort des Lebens hat für die jungen Leute", so Moderator Robert Ziegler zur Zielsetzung der Veranstaltung. Zwei junge Paare - Kristina und Lukas Mandl, sowie Radio-Wien Moderator "Hadschi" Bankhofer mit seiner Frau Nina brachten Erfahrungen über ihre persönliche Entscheidung für die Ehe ein. Margret Parzmaier von der Gruppe "Jugend für das Leben" brachte ihre Überzeugung von der Richtigkeit der Lehre der katholischen Kirche zum Ausdruck.


Für Kristina und Lukas Mandl war es gut, "ja" zueinander zu sagen: "Ich würde sagen, es ist eine besonders schöne Freiheit, sich entscheiden zu dürfen", so Lukas Mandl. Die Meinung, eine Ehe werde mit den Jahren eher schlechter, könne er nicht teilen. Wenn man an der Ehe arbeite, werde sie mit den Jahren besser. Man müsse sich eben immer wieder neu dafür entscheiden, meinte Mandl, der in diesem Zusammenhang auf die hilfreichen Worte der Schriftstelle Mt 5,37 ("Euer ja sei ein ja, euer nein sei ein nein") hinwies.


Als besonders wichtig betrachten Nina und Hadschi Bankhofer ihr wöchentliches Ehegespräch. Das Sakrament der Ehe brächten sie aber auch mit der Erfahrung der Barmherzigkeit Gottes - "dem dritten im Bunde" - in Verbindung. Die Geschichte des Lazarus, den Jesus wieder zum Leben erweckt hat, wäre für sie eine große Hilfe. "Wenn es einmal nicht so gut geht, können wir uns bei Gott beklagen und einen "Lazarusgutschein" einlösen", so Bankhofer über das Vertrauen auf Gott, der auch die Beziehung wieder zum Leben erweckt. - "Wir dürfen nicht nur vernünftig denken, da ist auch ein echter lebendiger Gott, der uns hilft, wenn wir es brauchen."


Margret Parzmaier von "Jugend für das Leben" nahm in erster Linie Bezug auf die "Sexualität als spezielle Ausdrucksform der Liebe", die "kanalisiert werden muss". Ungebändigte Sexualität könne den Menschen zerstören, zum Lustobjekt degradieren, so Parzmaier. Man sollte sie deshalb in dem Rahmen halten, den Gott dafür vorgesehen hat: die Ehe. "Ich glaube an die Lehre der katholischen Kirche. Ich glaube, dass Jugendliche Richtlinien brauchen.", sagte Margret Parzmaier.


"Das Thema ist mir seit Jahren ein sehr großes Anliegen", sagte Diözesanbischof DDr. Klaus Küng - "nicht so sehr wegen der Moral, sondern aus der Beobachtung heraus." Viele würden nicht verstehen, warum die Kirche unehelichen Verkehr ablehnt. "Mir tut es weh, Leiden zu sehen, die entstehen, wenn man es "falsch angepackt" hat, sagte der Bischof. "So manche Krise in der Ehe hat lange vor der Ehe begonnen." Der Weg wäre klar und vorgegeben, andererseits ist Gott aber auch gütig und barmherzig, betonte Küng.


Geschlechtsverkehr sollte nie etwas banales sein, sondern ein Akt der Hingabe. Im Grunde hingeordnet auf die Entstehung menschlichen Lebens sei er nicht nur etwas würdiges, sondern etwas Heiliges. Eine solche Hingabe habe Charakter der "Endgültigkeit". Darüber hinaus habe der Geschlechtsverkehr eine tiefe psychologische Dimension. "Eine geschaffene Verbindung wird dadurch gefestigt und verstärkt."


Wenn zwei zusammen ziehen ohne verheiratet zu sein, ist es oft so, dass sich gar keine wirkliche Freundschaft entwickelt, weil das Sexuelle zu früh im Vordergrund steht. Es gäbe eben gute Gründe, warum die Kirche immer wieder diese ihre die Linie vertreten habe.
Zu einer Schließung der Ehe im sakramentalen Sinn komme es erst dann, wenn die beiden Partner vor der Kirche das Jawort geben.


Nach abschließender Diskussion unter Einbindung des Publikums feierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Jugendforum einen gemeinsamen Gottesdienst.