Emmaus gibt Jugendlichen Hoffnung

Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 21 Jahren die Grundlagen für ein selbstverantwortliches, zielorientiertes Handeln in ihrer Lebens- und Berufswelt mitgeben - das ist das Ziel der beiden Arbeitstrainer Franziska Pernthaner und Herbert Oswald. Seit Jänner 2006 leiten sie den ersten Kurs zur Qualifizierung arbeitsloser Jugendlicher im Emmaus-Wohnheim Viehofen. Am Freitag gab es ein erstes Zusammentreffen von den projektverantwortlichen Trainern und den Jugendlichen mit den Vertretern der Förderstellen von Land NÖ und Arbeitsmarktservice, LR Christa Kranzl und AMS-Landesgeschäftsstellenleiter Karl Fakler im St. Pöltner Sozialmarkt.

"Leute, die eine Chance verdienen"

LR Christa Kranzl überbrachte die erfreuliche Nachricht, dass das Land NÖ die zugesagte Jahresförderung für den Sachaufwand des Projekts von 33.900 Euro auf 44.000 Euro aufstocken wird. Karl Fakler betonte, dass auch das Geld des AMS in diesem Fall gut angelegt sei, für "Leute die eine Chance verdienen". Die AMS-Landesgeschäftsstelle deckt die Personalkosten für die zwei Teilzeitbeschäftigten (36.210 Euro) und die Regionalgeschäftsstelle kommt für die Deckung des Lebensunterhalts der Jugendlichen auf - oftmals das erste Einkommen der Burschen und Mädchen und gleichzeitig ein eigener Versicherungsschutz.

Dass man sich auf die unterschiedlichen Notwendigkeiten zur Umsetzung dieser Hilfestellung für Jugendliche eingelassen habe, sei keine Selbstverständlichkeit. "Wir sind den Förderstellen - auf Politiker- wie auch auf Beamtenebene - zu großem Dank verpflichtet", sagte der stellvertretende Emmaus-Geschäftsführer Roland Hammerschmid.

"Es geht hier um Jugendliche, die in normalen Kurssystemen keine Chance hätten", beschrieb LR Kranzl die Zielgruppe des Projekts mit dem klingenden Namen "Workout", was soviel bedeutet wie "Erfahrungen sammeln" oder "trainieren": Burschen und Mädchen ohne Hauptschulabschluss oder Abschluss in der dritten Leistungsgruppe, mit Beeinträchtigungen im körperlichen, psychischen, emotionalen oder sozialen Bereich, mit fehlender Alltagskompetenz, fehlendem stützendem Umfeld, denen längerfristige Lebens- und Berufsperspektiven fehlen, werden aufgenommen.

Das Arbeitstraining für maximal sechs Jugendliche pro Halbjahr - der erste Kurs läuft seit Jänner, der zweite beginnt im Juli - wird in Form eines Modulsystems durchgeführt. In mindestens 25 Wochenstunden übernehmen die TeilnehmerInnen unter fachkundiger Anleitung verschiedenste Tätigkeiten. "Dadurch erwerben sie entsprechende Fähigkeiten wie Ausdauer, Konzentration und Selbständigkeit", erklärt Trainerin Franziska Pernthaner. Dazu kämen noch persönlichkeitsbildende Maßnahmen, vertiefende Kurse und Seminare. Trainiert werden die Strukturierung des (Berufs-) Alltags, Aufbau des Selbstwertes, Erlernen von Alltagskompetenzen, das Einhalten von Regeln, der konstruktiver Umgang mit sich und dem eigenen Umfeld, die Steigerung der Kommunikationsfähigkeit, ein verantwortungsbewusster Umgang mit Geld und der eigenen Freizeit und das Annehmen weiterführender Hilfen.

Rückfragen: Workout - Gruppenbetreuung als Erziehungshilfe zur Orientierung Jugendlicher in ihrer Arbeits- und Berufswelt; Franziska Pernthaner, Tel. 0676/ 88 0 44 -715, Mail:

Emmausgemeinschaft St. Pölten