"Einfach da sein" - seelsorgliche Begleitung in der Altenheimseelsorge

"Durch unser Dasein wollen wir vermitteln, dass wir Lasten mittragen." - bei der Frühjahrstagung des Referats für Krankenseelsorge im Bildungshaus St. Hippolyt am vergangenen Donnerstag verdeutlichte Diakon Josef Lengauer (Bad Hall/OÖ) ein zentrales Anliegen der Altenheim-Seelsorge. Wichtig wäre eine "vom Herzen kommende und zum Herzen gehende Begleitung der Menschen, die uns in der Seelsorge anvertraut sind", sagte Josef Lengauer. Besonders bei schwerkranken oder sterbenden Menschen wäre es die Rolle des Seelsorgers "einfach da zu sein", um das Wesen Jahwes zu vermitteln, der sagt "ich bin der ich bin da!"


Konzepte der Altenheimseelsorge


Josef Lengauer, Seelsorger im Seniorenwohnheim Schloss Hall und im Bezirksseniorenwohnheim Bad Hall, sowie Annemarie Aichinger, Seelsorgerin in einem Altenheim der Caritas in Linz, präsentierten bei der Frühjahrstagung des Referats für Krankenseelsorge ihre Pastoralkonzepte und berichteten aus der Alltagserfahrung.


Stärkende und heilende Seelsorge - und Zeit haben. Dies wären die drei Hauptstützen ihrer Arbeit im Seniorenwohnheim Karl Borromäus in Linz, sagte Annemarie Aichinger. Die Stärkung im Glauben an einen barmherzigen, liebenden Gott sah sie als eines der wesentlichsten Elemente.


"Die persönliche Nähe soll erlebbar sein, auch bei Verwirrten", sagte Aichinger. Es gehe darum, den Leuten bewusst zu machen, dass es in ihrem Leben - abseits vom Leid in der Krankheit - etwas Schönes gibt. Dies wäre etwa durch eine besonders feierliche Liturgie möglich.


"Beten erzeugt Zufriedenheit - Vertrautes beruhigt"


"Beten und Gebete erzeugen Zufriedenheit", berichtete die Seelsorgerin aus der Erfahrung im Umgang mit dementen Menschen. "Vertrautes beruhigt", erzählte Aichinger von einer alten Frau, die gewohnt war, das Vater Unser noch in der alten Form zu beten. Einmal Gewohntes sollte nach Möglichkeit beibehalten werden, denn "auswendig Gelerntes ist wie ein Netz, das uns auffängt - es gibt Sicherheit."


Josef Lengauer betonte die Vorzüge ganzheitlicher Betreuung in der Palliativbegleitung. Es wäre von Vorteil, wenn der Seelsorger über Kenntnisse im Pflege- oder psychosozialen Bereich verfüge. Die Seelsorge habe allerdings nur den spirituellen Bereich abzudecken, wobei darauf zu achten wäre, dass es zu keiner Kompetenzüberschreitung komme.


Über die Situation des desorientierten Menschen aus der Sicht der Pflege hatte bereits am Vormittag Sabine Krieger, Lehrerin an der Geriatrie- und Krankenpflegeschule Tulln, referiert.