Nikolaus
 
 

„Ein Pilotprojekt zur richtigen Stunde“

„Imabe war ein Pilotprojekt, das zur richtigen Stunde entstanden ist", sagte Bischof DDr. Klaus Küng bei der Eröffnung des Festsymposion zum 20-jährigen Bestehen des katholischen „Instituts für medizinische Anthropologie und Bioethik“ (Imabe) im Erzbischöflichen Palais in Wien. Er selbst, so Küng, habe seither oft auf die Hilfe des Instituts und seiner Fachleute zurückgegriffen. Als Beispiele nannte der Bischof die Gesetzgebung für die künstliche Befruchtung, die Organtransplantation oder die Erarbeitung ethischer Leitlinien für Gesundheitsorganisationen.
Für ihn sei es wichtig, dass sich "Imabe" dem Thema Anthropologie zuwende. "Die Grundlagen des Menschseins werden gerade in der Medizin oft zu wenig beachtet", beklagte Küng, der selbst ausgebildeter Arzt ist: "Jeder ist ein Spezialist auf seinem Fachgebiet, aber Fragen, die in die Tiefe gehen, kommen zu kurz". Es gebe heute auf Grund des wissenschaftlichen Fortschritts "fantastische Möglichkeiten", aber auch "viele Gefährdungen".

Auch der Zweite Nationalratspräsident Michael Spindelegger brachte zum 20-Jahr-Jubiläum die Wertschätzung für die Arbeit des "Imabe" zum Ausdruck. "Angesichts der vielen Möglichkeiten, die die medizinische Wissenschaft aufzeigt, tun sich Spannungsfelder auf", sagte Spindelegger. Das "Imabe" sei in dieser Hinsicht für die Politik ein wesentlicher Wegbegleiter bei Entscheidungen. Gerade angesichts der rasanten Entwicklungen in der Biotechnik müsse man Schranken setzten und ethische Grenzen, etwa in der Forschung mit embryonalen Stammzellen oder beim Thema "Euthanasie" setzen, stellte er klar.

Mehr dazu in der kath. Presseagentur Kathpress vom 22. November 2008