Ein Haus zum Wohlfühlen

17 Personen von den 55 Besuchern des Caritas-Tagesheimes in Tulln haben nun ein eigenes Zuhause bekommen. Für sie ist der Traum vom selbstständigen Wohnen in einer Wohnhausanlage Wirklichkeit geworden. Das neue Wohnhaus in der Heinrich Prosl-Gasse 4 ist mit 24 Plätzen für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung gebaut, die nicht mehr von ihren Eltern zu Hause betreut werden können. LH-Stv. Liese Prokop sieht sich mit dieser Einrichtung ihrem Ziel der Erfüllung des Bedarfsplanes für geistig behinderte Menschen in NÖ einen gewaltigen Schritt näher: "Behinderte Menschen brauchen lebensfreundliche und ihren besonderen Bedürfnissen entsprechende Räume, um auch ein Gefühl des Zu Hause Seins zu erfahren", sagte sie.


Der moderne Bau mit hellen Glasfronten, gefälligen Holz- und Betonelementen erfüllt dieses Ziel durch seine ausgeklügelte Planung von Terrassen, Balkonen und Rasenflächen. "Ein Vorzeigeprojekt im behindertengerechten Wohnbau" betont auch "Stadtchef" KR Willi Stift, der seitens der Gemeinde das Grundstück beigestellt hat. Das Wiener Architektenbüro Wafler zeichnet für die Planung, die Fa. Strabag für Ausführung der Anlage verantwortlich.


Für die Gesamtkosten von 1,63 Mio Euro muss die Caritas ca. 1 Million aus Spenden aufbringen, den Rest stellt das Land NÖ als Subvention und Darlehen bereit. "Dank des Entgegenkommens von Land und Stadt können wir mit unseren Ressourcen diese Lücke im Behindertenwohnen im Herzen NÖ's schließen", ist Caritasdirektor Friedrich Schuhböck zufrieden. Der Verein "Miteinander leben", der das Projekt seit Jahren ideell unterstützt, stellt sich mit einer beachtlichen Spende für das Wohnhaus ein.


Die großzügig angelegten Schlaf- und Gemeinschaftszimmer bieten den Bewohnern sowohl individuellen Rückzug und Privatsphäre als auch alle Voraussetzungen zum gemeinsamen Leben und zu vielseitiger Freizeitgestaltung. "Unsere Klienten wollen und sollen sich nicht verstecken" weist Hausleiter Heinz Dietz hin. Betreut werden die Bewohner durch fünf Betreuer, einen Zivildiener, eine Haushilfe und ehrenamtliche Mitarbeiter.