Ein Fest für den neuen Bischof

"Es war ein richtiges Fest", waren sich die Teilnehmer nach der Feier der Amtsübernahme von Diözesanbischof DDr. Klaus Küng am 28. November einig. 1.500 Gäste, über 800 von ihnen in der Kirche, erlebten die Zeremonie mit. Hunderte Gäste verfolgten den feierlichen Gottesdienst vor vier Großbildleinwänden im Sommerrefektorium und im oberen Kreuzgang mit. In einem Saal war eine Gruppe taubstummer Personen, denen die Feier simultan in die Gebärdesprache übersetzt wurde.
Applaus gab es bereits am Domplatz, als Bischof Klaus Küng zum Domportal zog und vom gesamten Domkapitel empfangen wurde.
Nach der Begrüßung durch Weihbischof und Dompropst Dr. Heinrich Fasching überreichte Dompfarrer Mag. Wolfgang Reisenhofer dem neuen Bischof die Schlüssel zum Dom.

Der Domchor unter Leitung von Domkapellmeister Otto Kargl brachte die 1816 für die Pfarrkirche Lichtental komponierte Messe in C von Franz Schubert. Für die Ausführung zeigten sich 45 Sängerinnen und Sänger sowie 16 Instrumentalmusiker verantwortlich. An der Orgel war Franz Danksagmüller.
Das Benediktus dieser Messe, von der es zwei Fassungen gibt, eine aus dem Jahr 1816 und eine zweite von 1828 soll die letzte Arbeit Franz Schuberts gewesen sein.
Dass gerade eine Schubert-Messe gesungen wurde, hat seinen besonderen Grund in der Tatsache, dass Franz Schubert mit der Diözese St. Pölten verbunden war und nachweislich auf Einladung des damaligen Bischofs Johann Nepomuk von Dankesreither 1821 in St. Pölten und auf dem bischöflichen Gut Ochsenburg weilte.

Der am weitesten angereiste Bischof unter den Gästen ist Bischof Alfredo Schäffler, der 1941 in Waidhofen/Ybbs geboren wurde. Schäffler wirkte von 1963 bis 1966 als Religionslehrer und Erzieher in Feldkirch, ehe er in die Diözese Oeiras nach Brasilien ging und dort 1968 die Priesterweihe empfing. Im März 2000 wurde der gebürtige Waidhofner zum Bischof ernannt.

Die päpstliche Ernennungsbulle, die vom Ordinariatskanzler Dr. Gottfried Auer verlesen und gezeigt wurde: (Wortlaut)
"Johannes Paul II., Bischof, Diener der Diener Gottes, entbietet dem ehrwürdigen Bruder Klaus Küng, bis jetzt Bischof von Feldkirch, dem erwählten Vorsteher der Kirche von St. Pölten, Gruß und Apostolischen Segen.
Die Sorge um alle Kirchen bewegt Uns eindringlich, für jene eifrige Vorsteher zu bestellen, die aus verschiedenen Gründen bis jetzt vakant sind. Unter anderem steht jetzt die Diözese St. Pölten vor Unseren Augen, von der wir wissen, dass sie wegen des Amtsverzichts des ehrwürdigen Bruders Kurt Krenn ohne eigenen Hirten ist. An dich, ehrwürdiger Bruder, wenden wir uns aus eigenem Antrieb, da du als Bischof von Feldkirch jederzeit außergewöhnliche Frömmigkeit, Weisheit und pastorale Sorge erwiesen hast. Nachdem wir daher den Rat der Kongregation für die Bischöfe erwogen haben, lösen wir dich in Unserer apostolischen Vollmacht von dem Band, das dich mit deiner früheren Kirche verbindet, und ernennen dich gleichzeitig zum Bischof von St. Pölten mit allen Rechten und Pflichten. Wir wünschen sehr, dass du den Klerus und die Gläubigen der genannten Diözese von unserem Dekret in Kenntnis setzt. Dieses Dekret ist Zeichen unseres Willens und Ermahnung, deine entsprechenden Aufträge bereitwillig auszuführen. Schließlich ermutigen wir dich sehr, ehrwürdiger Bruder, das deiner pastoralen Sorge anvertraute Volk sowohl durch Unterweisung in der gesunden Lehre als auch durch bewährte Beispiele eifrig zu leiten. Dadurch möge das Volk täglich Zeugnis der Heiligkeit geben und sich noch größere Verdienste erwerben.
Gegeben zu Rom bei St. Peter, am 7. Tag des Monats Oktober im Jahr des Herrn 2004 und im 26. Jahr unseres Pontifikats.
Johannes Paul II"