Ein Fest der Freude in der Emmaus-CityFarm

Nach dreijähriger Bauzeit wurde am Montag, dem 4. Oktober, das neue Gemeinschaftshaus in der Emmaus-CityFarm St. Pölten seiner Bestimmung übergeben. Büros, Seminarraum, Küche und Speisesaal - insgesamt rund 500 Quadratmeter - stehen damit den MitarbeiterInnen und Gästen des Arbeitstrainings- und Arbeitstherapie-Projektes zur Verfügung. "Bausteine für eine geeinte Welt" - unter diesem Motto stand der Festakt zur Eröffnung.

"Einheit heißt Solidarität und Gerechtigkeit. Wir wollen versuchen, dieses Miteinander zu gestalten", betonte CityFarm-Leiter Andreas Inführ vor Förderern und Freunden der Emmaus-Gemeinschaft und den Ehrengästen - u.a. LH-Stv. Liese Prokop, St. Pöltens Bürgermeister Mathias Stadler, Manfred Rötzer vom Bundessozialamt Landesstelle NÖ und AMS-Geschäftsführer-Stv. Karl Fakler.

"Weg zurück ins Leben"

Immer mehr Menschen würden heute durch den Rost fallen, sagte LH-Stv. Liese Prokop in ihrer Ansprache. In einer solchen "Zeit der Konkurrenz" werde es "für die Schwächeren immer schwieriger". "Viele hätten ihren Weg zurück ins Leben nicht gefunden, wenn es Emmaus-St. Pölten nicht gegeben hätte", zollte sie den Aktivitäten der Gemeinschaft Respekt.

"Franziskanische Haltung"

Als "Architektur, die der Macht der Nächstenliebe, der Caritas, dient", wollte Architekt DI Richard Zeitlhuber sein bewusst schlicht gehaltenes Werk verstanden wissen. Das ausgeführte Konzept der Integration in den bestehenden Garten entspräche der franziskanischen Haltung eines "Sich Zurücknehmens vor der Schöpfung".

"Religion authentisch leben"

Mit dem Angebot einer Tagesstruktur und einer sinnvollen Tätigkeit würde in der Emmaus-CityFarm der Sehnsucht der Menschen nach heilender und solidarischer Gemeinschaft entsprochen, freute sich Emmaus-Obmann Dr. Walter Feninger. Emmaus-Geschäftsführer Karl Rottenschlager betonte in diesem Zusammenhang, dass "jeder und jede Einzelne aufgerufen" sei, "Baustein für eine geeinte Welt zu sein".

"Wenn wir Religion authentisch leben, wird uns das zusammen führen", leitete Rottenschlager über zu einem Interreligiösen Friedensgebet mit dem römisch-katholischen Dompfarrer Wolfgang Reisenhofer, der Krankenhausseelsorgerin und Presbyterin der Evangelischen Kirche, Dir. Eva Sejkora, Ercan Sence, Deniz Karabulut und Mehmet Mercan als Vertreter der Alevitischen Kulturgemeinde. Dompfarrer Wolfgang Reisenhofer segnete das neue Gemeinschaftshaus.

Abschließend durfte die bunte Gästeschar gemeinsam einen Baum pflanzen. - "Inmitten einer friedlosen Welt gemeinsam einen Baum zu planzen, will sagen, dass wir uns alle ganz neu für das bedrohte Leben, für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen wollen", so Rottenschlager.

Arbeit, Begleitung, Unterstützung - die Emmaus-CityFarm