Ehemalige Seminaristen wurden nicht fallen gelassen

Allen Priesterstudenten aus dem früheren Priesterseminar in St. Pölten, die nicht zum Weiterstudium zugelassen werden konnten, wurde nach der Schließung des Priesterseminars entgegen anders lautenden jüngsten Medienberichten materielle und persönliche Hilfe angeboten. Einige der ehemaligen Priesterstudenten haben diese Hilfe auch in Anspruch genommen, andere haben sich ohne Kenntnis von Bischof Küng an die Emmaus-Gemeinschaft in St. Pölten und an den unmittelbar vor dem Pensionsantritt stehenden Leiter des Referats für pastorale Dienste im Ordinariat der Erzdiözese Wien, Leonhard Schaden, gewandt.
Bischof Küng hat daraufhin versucht, mit diesen ehemaligen Alumnen Kontakt aufzunehmen, um ihnen neuerlich Hilfe anzubieten, was offensichtlich nicht alle gefreut hat. Bei den Priesterseminaristen handelt es sich aber um erwachsene Menschen, deren Entscheidungen zu akzeptieren sind.
Bischof Küng geht es bei der Klärung um die Vorgänge im Priesterseminar um Klarheit, Wahrheit und Barmherzigkeit und nicht um nebulose Vorstellungen.

Alle Priesterstudenten, die sich für die weitere Ausbildung beworben haben, wurden von einer eigenen Kommission eingehend geprüft. Kein Student, der in die bekannten Vorkommnisse im St. Pöltner Priesterseminar verwickelt war, wurde zum Weiterstudium zugelassen. Der Kommission gehörten neben Bischof DDr. Klaus Küng und Weihbischof Dr. Heinrich Fasching auch Fachleute aus anderen Diözesen an.
Bischof Küng möchte sich über die Vorgänge im Priesterseminar volle Klarheit verschaffen, auch wenn das längere Zeit dauern sollte. Gegen die vormaligen Verantwortlichen im Priesterseminar sind derzeit Vorerhebungen für ein kirchliches Verfahren im Gang.