Ecce vivo

Zum Thema "ecce vivo" - sieh ich lebe - fand am Abend des ersten Fastensonntags die Fastenbesinnung der Künstler im Dom zu St. Pölten statt. Fast 40 bildende Künstler haben im Sommerrefektorium ihre Werke ausgestellt, die noch bis 14.März, Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, dort zu sehen sein werden. Bei der Fastenbesinnung im Dom brachten die Künstler und Literaten Prof Friedrich Seitz, Eva Riebler, Alois Eder und Herbert Pauli ihre Überlegungen zum Thema "ecce vivo" vor. Der Bogen spannte sich von der Betrachtung eines morschen Baumes über bildhaft geschilderte Erlebnisse zum Thema bis zu Betrachtungen am Krankenbett.
In der theologischen Meditation verglich der Bischofsvikar für Kunst und Kultur, Prälat Ulrich Küchl den Satz "Ecce vivo" mit einem "gewaltigen Triumphsignal", das das Innerste des Menschen treffen kann. Doch diese Welt sei unfähig, den Sinn des Lebens in seiner ganzen Tiefe zu begreifen, sagte er. "Wenn unsere Gesellschaft das Leben nicht als vorgefundene Gabe erkennen kann, wird sie in einer Kultur des Todes enden", warnte er. Der Glaube selbst weise weit über das "Ecce vivo" hinaus: zu einem Leben in Fülle. Die Künstler seien berufen, dieses Wunder des Lebens sichtbar zu machen und zu verkünden, sagte der Bischofsvikar. "Wir müssen das Göttliche von der Botschaft des Lebens mehr denn je verbreiten, sei es in der künstlerischen Sprache oder in jedweder Sprache".
Musikalisch wurde die Fastenbesinnung vom Vienna Vocal Consort unter Leitung von Vijay Upadhyaya mit den "Responsoria" von Carlo Gesualdo da Venosa umrahmt.