Durch Salzaklamm und Walster

"Wir waren unterwegs, noch bevor der große Regen kam", ist man beim Blindenapostolat St. Pölten zufrieden. Die Kultur- und Wanderwoche mit Blinden, Sehbehinderten und ihren Begleitern im Mariazeller Land war ein voller Erfolg. Die 24 Teilnehmer aus mehreren Bundesländern und aus Südtirol waren eine Woche lang unterwegs, um Mariazell und seine Umgebung auch einmal mit seinen touristischen Möglichkeiten zu erkunden. Der Weg durch die Salzaklamm war für Sehbehinderte eine Herausforderung. Die geplante"Königsetappe" durch die Ötschergräben fiel leider dem Regen zum Opfer. "Doch die Wanderung zum Hubertussee in der Walster und zur Bruder Klaus-Kapelle war für mich Natur pur und ein ganz besonderes Erlebnis" schwärmt Peter Beiser aus Innsbruck.

Riechen, Hören und Angreifen dürfen hat bei Sehbehinderten ganz enormen Stellenwert. Deshalb waren auch die Besuche in einer Gerberei und bei der Lebkuchen-Erzeugung samt Verkostung von Lebkuchen und Met für diese Gruppe besonders eindrucksvoll. "Selber Kerzen machen war toll.
Einmal nicht nur zuhören, sondern selber machen!" ist Norbert Dornauer begeistert. Der blinde Masseur aus Klagenfurt: "Es war eine Woche, in der die Spielregeln für alle gleich waren und auch die Chancen, erfolgreich mitzutun." Das bestätigt auch Franz Platter aus Südtirol, der als Rollstuhlfahrer mit seiner blinden Frau fast das gesamte Programm mitmachte. Heinz Kellner, der die Woche geplant und geleitet hat: "Es war eine Herausforderung für jeden. Die Begleiter, ohne die ein solches Unternehmen gar nicht durchführbar wäre, waren einfach Spitze!"

Das Blindenapostolat St. Pölten organisiert im Rahmen der vom Kamillianerpater Wilfried Lutz vor 30 Jahren gegründeten Blindenfreizeiten seit 1997 die Kultur- und Wanderwoche als spezielles Angebot. Im kommenden Jubiläumsjahr soll die sommerliche Wanderwoche ins oberösterreichische Salzkammergut führen.

Rückfragen: 0676-930 15 41 (Heinz Kellner)