Dreikönigsaktion: Hilfe zur Selbsthilfe für Partner im Süden

Seit 1955 führt in Österreich die Katholische Jungschar die Dreikönigsaktion durch. Zwei Monate, bevor die Sternsinger wieder im ganzen Land die Botschaft von der Geburt Christi von Haus zu Haus tragen und für Menschen in Not Geld sammeln, laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, erzählt Ursula Hirsch, seit kurzem für die Agenden der Dreikönigsaktion in der Diözese St. Pölten zuständig. 90.000 Kinder und 30.000 Begleiterinnen und Begleiter werden in Österreich um den 6. Jänner 2007 als Hl. Drei Könige unterwegs sein, beschreibt Erwin Eder, Geschäftsführer der DKA Österreich bei einem Pressegespräch in St. Pölten das Ausmaß der Aktion. In den Städten ist es etwas schwieriger, die Kinder zu motivieren, weiß Ursula Hirsch, die diesbezüglich auf die Religionslehrerinnen und Religionslehrer hofft. Ihre Aufgabe sieht sie darin, die Menschen darüber aufzuklären, was mit den Spenden geschieht und über die Projekte in den Ländern des Südens zu informieren. Immerhin waren es 2006 in der Diözese St. Pölten 1.143.558,72 Euro, die gespendet wurden.

"Es ist wichtig, dass die Leute wissen, wie wir mit dem Geld umgehen", so Hirsch, die als ehrenamtliche Mitarbeiterin der staatlichen österreichischen Entwicklungsagentur ADA (=Austrian Development Agency) mit einem betriebswirtschaftlichen Bacalaureats-Studium die idealen Vorrausetzungen für diesen Job mitbringt.

89 Prozent der gesammelten Spenden kommen direkt den Entwicklungsprojekten zugute, sieben Prozent werden für die Projektbegleitung und Bildungsarbeit, wie etwa für Lerneinsätze von Jugendlichen in Ghana, Peru oder auf den Philipinnen, zur Verfügung gestellt. "Das garantiert einen intensiven Austausch mit den Partnern vor Ort", sagt Hirsch. Für die Öffentlichkeitsarbeit werden lediglich vier Prozent der Spendengelder herangezogen.

"Nachhaltigkeit, Umweltbewußtsein
und Hilfe zur Selbsthilfe"

Als "Hilfswerk der Katholischen Jungschar" fördert die Dreikönigsaktion rund 500 Projekte. "Wir arbeiten mit verlässlichen Partnern, den Diözesen, NGO´s und Caritas-Organisationen zusammen", sagt Hirsch. Die Kriterien, die die Projekte für eine Förderung durch die DKA mitbringen müssen sind Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein. Das Ziel lautet "Hilfe zur Selbsthilfe". Im Normalfall werden einzelne Projekte drei Jahre lang gefördert.

Eines der Schwerpunktprojekte läuft zur Zeit in Nairobi: 2,8 Mill. Einwohner hat die Hauptstadt Kenias. 60.000 davon sind Straßenkinder. Sozialarbeiterinnen versuchen, die Kinder in die Schule zu locken. Drei Mahlzeiten am Tag, Unterkunft und Ausbildung sollen den Weg aus dem Slum ermöglichen.

"Partner unter gutem Stern"

Aber nicht nur mit einer Spende an die Drei Könige kann man die DKA-Projekte unterstützen. Auf Anfrage werden auch Kontakte zu einzelnen Hilfsprojekten vermittelt. Pfarren, Selbstbesteuerer und Privatpersonen können zu "Partnern unter gutem Stern" werden. Die Dreikönigsaktion bietet unterschiedliche Projekte zur Auswahl an: In verschiedenen Kontinenten und Ländern, mit einer Vielfalt an inhaltlichen Schwerpunkten: Straßenkinder, Kleinbauernfamilien, Ureinwohner, Frauenförderung, etc.

Dreikönigsaktion Österreich: www.dka.at