Diskussionsprozess zum neuen Pastoralplan hat begonnen

Die Diskussionen um den neuen Pastoralplan der Diözese St. Pölten haben begonnen. Nach Vorarbeiten in der Personalkommission und der Dechantenkonferenz sollen die pastoralen Grundlagen für die Herausforderungen von morgen auf breitester Basis diskutiert und neu definiert werden. Daraus soll ein buntes Bild der Vielfalt religiösen Lebens in den Pfarren und Dekanaten entstehen, dem auch die zentralen Einrichtungen entsprechen. Bischof DDr. Klaus Küng erklärte, dass der kommende Pastoralplan auch "lebbar" sein müsse. Hinter dem Entwicklungsprozess stehe nicht ein Sparprogramm, sondern die Neuausrichtung der vorhandenen Möglichkeiten, "damit möglichst viel vom Glauben ohne Substanzverlust weitergegeben werden kann", wie der Bischof betonte.
Die breite Einbindung aller Gläubigen geschieht in einzelnen Schritten. Den Start haben die Pastoralassistenten mit einem Workshop Mitte Mai gemacht. Mitte September wird es Workshops für Priester und auch für Diakone geben. Für die Zentralangestellten der Diözese ist vom 26. bis 28. September eine dreitägige "Zukunftskonferenz" vorgesehen. Im Oktober folgen Workshops für Priesterrat und Pastoralrat. Anfang nächsten Jahres werden drei Großveranstaltungen für die Regionen um Amstetten, St. Pölten und Zwettl angeboten, bei denen alle am kirchlichen Leben Interessierten in den Entwicklungsprozess mit eingebunden werden. Danach kann die Umsetzung in den Pfarren und Dekanaten beginnen, die bis Ende 2010 abgeschlossen sein soll.

Leitungsteam und Zukunftskonferenz

Begleitet wird der pastorale Entwicklungsprozess durch ein Leitungsteam, dem Bischof DDr. Klaus Küng, Weihbischof Dr. Anton Leichtfried, Generalvikar Msgr. Leopold Schagerl, der Direktor des Pastoralamtes Msgr. Wilfried Kreuth und die stellvertretende Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung, Anna Rosenberger sowie als externer Begleiter der Unternehmensberater Mag. Egbert Amann-Ölz angehören. Amann-Ölz, Jahrgang 1964, studierte in Klagenfurt Betriebswirtschaft, ist verheiratet, hat drei Kinder und war viele Jahre als Personalleiter in großen Unternehmen tätig.
Parallel zum Pastoralplan läuft eine Entwicklungsphase, auch die diözesanen Zentralstellen dem Konzept anzugleichen. Im Oktober beginnt die Projektgruppe "Pastorale Kernaufgaben und Anforderungen der Zukunft" und im März kommenden Jahres startet eine weitere Projektgruppe "Neue Struktur Zentrale". Im Mai 2008 findet die zweite Zukunftskonferenz mit den Zentralangestellten der Diözese statt, nach der die Umsetzung (Juni bis September 2008) in Angriff genommen wird.

Neuausrichtung auf Kernaufgaben

Der gesamte Prozess hat zwei Ziele: Einerseits die inhaltliche Neuausrichtung mit Konzentration auf die Kernaufgaben der Kirche und andererseits die organisatorische "Neuaufstellung" der Zentralstellen, Pfarren und Dekanate. Dabei sollen die vorhandenen personellen und finanziellen Ressourcen zur Erfüllung der Aufgaben bestmöglich genutzt werden.
Der nun gestarteten Prozess habe oberste Priorität und soll eine möglichst breite Einbindung aller hauptamtlichen Mitarbeiter in den Planungsprozess sowie aller ehrenamtlichen in den Umsetzungsprozess beinhalten, erklärte Bischof Küng. Das geltende Kirchenrecht bilde dabei den rechtlichen Rahmen.

Pastoralassistenten machten den ersten Schritt

In einem ganztägigen Workshop haben die Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten, die bei diesem Treffen fast vollzählig vertreten waren, mit dem Leitungsteam Ansätze für einen neuen Aufbruch in der pastoralen Arbeit diskutiert. Als besondere Anliegen nannte der Bischof, dass Pfarren künftig noch stärker eine "Schule des Gebetes" sein müssen, weiters die Sakramentenpastoral, aber auch die Wallfahrtsbewegungen und die Familienpastoral. Es brauche missionarischer Vorgänge und eine "Ver-ortung" des Glaubens, wies der Bischof hin. Es brauche Orte, wo Eucharistie gefeiert werde und eine Katechese sowie die Entwicklung einer neuen Jugend- und Berufungspastoral entstehen könne, sagte der Bischof.
Zur Pfarrstruktur meinte er, dass zwei oder drei Pfarren, die von einem Priester betreut werden, zu einer Pfarre zusammenwachsen könnten oder sich daraus ein neuer Pfarrverband entwickeln könnte. Dabei sei Teamarbeit besonders wichtig, unterstrich er.
Die Stimmung bei den Pastoralassistenten war überaus positiv. Nach den Workshops präsentierten sie ihre Ergebnisse und Visionen für ihre Arbeit für morgen. Dabei wurden vor allem der Kontakt zu den Menschen betont, neue Wege der Glaubensvermittlung angesprochen, die Team- und Kommunikationsfähigkeit genannt, aber auch die Notwendigkeit eines neuen "Denkens und Handelns in größeren Zusammenhängen" gesehen.