Direkte Sicht zum Papst

"Von drei von vier Plätzen wird man direkte Sicht zum Papst haben", erklärte Superior P. Karl Schauer bei einer Führung über das geplante Festgelände für den Papstbesuch in Mariazell. Die Umbauarbeiten am Platz rund um die Basilika sind schon fast abgeschlossen. Die umfangreichen Baumaßnahmen waren jedoch schon lange vor der Ankündigung des Papstbesuches geplant, betonte P. Schauer. Der Platz sollte auch für künftige Ereignisse neu gestaltet werden.

Die Betonfundamente der Tribüne, auf der der Papstaltar stehen soll, sind bereits errichtet. Von der obersten Stufe geht der Blick nicht nur auf die Flächen vor und seitlich der Basilika, sondern auch auf den Hauptplatz, wo eine hohe Zuschauertribüne errichtet wird. Der Auf- und der Abbau werden jeweils drei Wochen dauern.

Durch den Abbruch eines Hauses rechts neben der Wallfahrtskirche ist vor dem "Geistlichen Haus", dem Superiorat, ein neuer Platz entstanden, der fast ebenso viele Pilger fassen kann wie der Platz um die Basilika. Das Superiorat wird für die Dauer des Papstbesuches exterritoriales vatikanisches Gebiet. Dort wird der Papst mit allen österreichischen Bischöfen, auch den emeritierten, nach der Messe zu Mittag essen und sich bis zur Feier der Vesper zurückziehen.

Weiters ist durch den Abbruch des Hauses der Blick bis zum darunter liegenden Sportplatz frei, von dem aus der Großteil der Pilger die Heilige Messe mit dem Papst mitfeiern wird. "Die Entfernung vom Altar zum Sportplatz ist auch nicht größer als die Entfernung von Pilgern am Petersplatz bei einer Generalaudienz", erklärt P. Schauer.

Der Papst geht zu Fuß

Es ist geplant, dass Papst Benedikt XVI., der nach eigenem Wunsch als Pilger nach Mariazell kommen will, die letzte Strecke zur Wallfahrtskirche zu Fuß zurücklegen soll. Der Papst wird mit einem Hubschrauber am Flugfeld landen und mit dem Papamobil auf einer Route in das Zentrum von Mariazell fahren, an der ihn möglichst viele Menschen sehen können. Die Strecke führt am Sportplatz vorbei durch die Grazer Straße zum Hauptplatz. Dort soll der Papst dem Papamobil entsteigen und zu Fuß zur Basilika und direkt zum Gnadenaltar gehen. Nach einem stillen, persönlichen Gebet bereitet sich Benedikt XVI. in der linken Sakristei der Kirche auf die Messe vor.

Während der Papstmesse ist das Innere der Basilika für behinderte und gebrechliche Pilger reserviert, da der Kirchenraum vor Wetterextremen wie Hitze, Wind oder Regen schützt. Für Behinderte wird auch ein Shuttle-Service zwischen den Busparkplätzen und dem Festgelände eingerichtet. Auch alle anderen Pilger sollen "maximal 4 km zu Fuß" gehen müssen, erklärte Walter Schaufler vom Militärordinariat, der für die Verkehrsplanung und Sicherheit zuständig ist, und neuerlich betonte: "Ohne Zählkarte ist kein Zutritt zum Gelände möglich!"

Tassilokelch wird bei Papstmesse verwendet

Bei der Papstmesse werden auch besonders wertvolle und für die österreichische Geschichte bedeutende Messgeräte verwendet. So wird der Papst den berühmten Tassilokelch in Händen halten, den der Bayern-Herzog Tassilo III. und seine Gattin Liutpirc im 8. Jahrhundert dem Kloster Kremsmünster in Oberösterreich stifteten. Es handelt sich dabei um den ältesten erhaltenen Abendmahlskelch des frühen Mittelalters im bayerisch-österreichischen Raum. Die goldenen, reich verzierten Kännchen für Wein und Wasser stammen aus der Schatzkammer der Wallfahrtsbasilika Mariazell selbst und wurden einst von Kaiser Karl VI. gestiftet.