Diözesanwallfahrt ins Heilige Land

Israel ist das Ziel der Diözesanwallfahrt im kommenden Februar. "Das Erleben des Heiligen Landes trägt wesentlich dazu bei, dass wir die Bibel besser verstehen", weist der Direktor des Pastoralamtes, Msgr. Wilfried Kreuth bei einem Pressegespräch in Schönbühel hin. Es sei gleichsam "das fünfte Evangelium". Im kleinen Ort Schönbühel an der Donau bei Melk sind die Geburtsgrotte von Bethlehem und das Hl. Grab von Jerusalem naturgetreu nachgebaut. Mitte des 17. Jahrhunderts war eine Pilgerfahrt ins Heilige Land wegen der Türkenkriege unmöglich geworden. So ließ der damalige Besitzer des Schlosses Schönbühel, Graf Conrad Balthasar von Starhemberg, eine Kirche mit den originalgetreuen Nachbauten der Geburtsgrotte von Bethlehem und des Heiligen Grabes von Jerusalem errichten.

Wallfahrten haben lange Tradition

Direktor Kreuth wies hin, dass Wallfahrten bereits im Alten Testament belegt sind und ein wichtiger Ausdruck des Glaubens an Gott seien. Wallfahrten ins Heilige Land seien seit langem belegt, wie auch das Grab des Heilig-Land-Pilgers Koloman in Melk zeigt. Auch das zweite Vatikanische Konzil habe das Bild vom "gemeinsamen Unterwegs-sein zu Gott" besonders betont, unterstrich Kreuth.
Bei der kommenden Pilgerfahrt nach Israel geht es aber nicht nur um den Besuch der Heiligen Stätten in Jerusalem, Bethlehem, Nazareth oder um den See Genesareth in Galiläa, sondern auch um den Kontakt zu Christen in Palästina, die ohne Hilfe von Christen aus dem Westen nicht überleben können.

Begegnung mit Christen

Über die prekäre Lage der Christen im Heiligen Land informierte Mag. Wolfgang Reisenhofer vom Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Er selbst hat in Jerusalem studiert und ist seitdem mindestens einmal jährlich in Palästina. Zu den Christen in Palästina gehören fünf orthodoxe, sechs katholische und zwei protestantische Kirchen. "Sie fühlen sich aber als Einheit", weist er hin.
Besonders erfreut zeigte sich Reisenhofer, dass bei dieser Wallfahrt auch die Christen in Palästina besucht werden, denn sie seien "die lebendigen Steine des heiligen Landes", zitierte er den Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Michel Sabbah. Bethlehem selbst sei "wie ein Gefängnis" und von einer acht Meter hohen Mauer umgeben - "und genau so fühlen sich diese Menschen". Das Wirtschaftsleben sei seit der 2. Intifada gänzlich zum Erliegen gekommen, die Arbeitslosigkeit habe mit über 60 Prozent erschreckende Ausmaße erreicht und Kinder würden bereits Mangelerscheinungen durch schlechte Ernährung aufweisen, erzählt Mag. Reisenhofer. Es sei wichtig, dass sich christliche Pilger nicht nur in Israel aufhalten, sondern auch mit den Christen Kontakt aufnehmen, dort konsumieren und auch einkaufen. "Das ist für sie derzeit die einzige Einnahmequelle und Lebensgrundlage", weist er hin und beruhigt sogleich: auch während der Intifada sei noch nie ein Pilger zu Schaden gekommen.

Spezialist für Pilgerreisen

Über Details dieser Reise, die vom 9. bis 16. Februar 2008 stattfindet, informierte Fritz Moser vom Reisebüro Moser-Reisen, das sich seit 15 Jahren auf Wallfahrten und Pilgerreisen spezialisiert hat. Die bisher größte Pilgergruppe zählte 550 Personen, die mit Bischof Maximilian Aichern ins Heilige Land pilgerten. Derzeit führt Moser-Reisen jährlich etwa 50 Pilgergruppen ins Heilige Land. Dazu unterhält das Reisebüro interkulturelle und interreligiöse Kontakte im Heiligen Land sowie mit verschiedenen christlichen Hilfsorganisationen und versucht, mit den Veranstaltern ein entsprechendes Programm zu gestalten, in dem die religiösen Schwerpunkte bestens berücksichtigt sind.

Preogramm der Diözesanwallfahrt ins Heilige Land

Infoabende in drei Orten

Informationsabende zur Diözesanwallfahrt gibt es am 9. Oktober im Bildungshaus St. Benedikt in Seitenstetten, am 10. Oktober im Bildungshaus Stift Zwettl und am 11. Oktober im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten, jeweils um 19.30 Uhr.