Die SchülerInnnen sind der Weg des beruflichen Lebens und des Einsatzes in der Verkündigung

Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes im Dom zu St. Pölten wurden am Freitag, 30. 9., die neuen Religionslehrer in Vertretung des Bischofs von Bischofsvikar Msgr. EKan. Wilfried Kreuth für ihren Dienst in den Schulen der Diözese gesendet. Bezugnehmend auf die derzeitige Situation in der Diözese rief er dazu auf, sich immer wieder in der Weise zu erneuern, dass man sich nach den Spuren Jesu ausrichtet. Predigt beim Sendungsgottesdienst von Bischofsvikar Msgr. Wilfried Kreuth:
Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Schwestern und Brüder!
Ihr habt euch für diesen Gottesdienst den liturgischen Tag erwählt, das ist der Gedenktag des heiligen Hieronymus, von dem wir wissen, dass er eine besondere Nähe und Liebe zum Wort Gottes gehabt hat. Er hat diese Nähe auch zeichenhaft gelebt, indem er viele Jahre, Jahrzehnte in Betlehem gewohnt und gewirkt hat. Von ihm stammt dieses bekannte Wort: „Wer die Schrift nicht kennt, kennt Christus nicht“. So meine ich, dass das eine sehr schöne Überschrift, ein sehr schönes Motto auch für Sie alle und für diesen heutigen Tag besonders ist.

Jesus sucht sich Jünger aus, zwölf zuerst, dann, wie wir jetzt gehört haben, 72 andere. Er sucht sie aus und er sendet sie. Was sollen sie tun? Sie sollen eigentlich nichts anderes tun, als ein wenig zu versuchen, das weiter zu leben, was er lebt im Wort, und vielleicht noch mehr im Leben und in der Tat. Und er fasst diese Botschaft zusammen, ganz kurz: Das Reich Gottes ist schon ganz nahe. Wenn wir an die Lesung denken aus dem Buch Ijob, dieses trostvolle, wunderbare Wort: Ich weiß, mein Erlöser lebt.

So geht der Dienst der Kirche weiter. Im Lauf der Kirche sucht Christus immer wieder neu Menschen aus, die Botschaft Jesu weiter zu sagen und das weiter zu tun, was er getan hat. Das ist Ihr Auftrag in der Verkündigung im Religionsunterricht, das ist Ihr Auftrag, wo Sie im Leben sonst stehen, in der Familie. Das ist der Auftrag der an Sie neu jetzt im Auftrag der Kirche ergeht. Sie dürfen wissen: Eigentlich habe im Letzten nicht ich mir diesen Job ausgesucht, sondern Jesus hat mich ausgesucht, er hat mich gerufen, er sendet mich mit den Worten der Kirche. Das was Jesus in seinem kurzen Leben, aber in dieser Fülle getan hat, das fasst die Kirche unter mehren Begriffen zusammen; unter dem Begriff der Verkündung: er hat uns eine frohe Botschaft hinterlassen; unter dem Begriff Zeugnis – matyria, diakonia: eine Verkündigung, wo nicht das Leben dahinter stehen würde, wäre eine blutleere Verkündigung, einer, der man nicht Glauben schenken kann; und dann die Liturgie, das Gebet, das Stehen vor Gott in Anbetung, im Erfüllen des Auftrages, den Jesus beim Letzten Abendmahl seinen Jüngern hinterlassen hat.

Im Evangelium steht auch: er sandte sie aus mit dem Auftrag zu heilen. Mit dem Wort Heilen ist etwas wunderbares ausgedrückt, in unserer Welt, in der großen und in der kleinen gibt es auch manch Heil-loses, da sind wir alle und Sie als Religionslehrer in besonderer Weise eingeladen, heilend zu wirken. Heilend, das heißt zu vermitteln: Gott meint es wirklich gut mit uns, er ist nicht ein Unberechenbarer, einer, von dem wir nicht wissen, wie er es meint.

Sie haben sich auf Ihre Tätigkeit gut vorbereitet und tun das immer wieder auch in Ihrem Beisammensein, in Ihren Tagungen, so wie heute. Und Sie wissen, dass man auch ein gutes Rüstzeug braucht für diesen Beruf, denn dann geht manches auch etwas leichter. Dazu gehört Wissensvermittlung, dazu gehört der Lehrplan, aber das wissen Sie viel besser als ich. Ich meine aber, so wichtig das alles ist, es muss auf ein Fundament darauf gebaut werden, und dieses Fundament, das ist Christus selber. Dieses Fundament heißt, gut sein, wohlwollend sein, dieses Fundament heißt, dass im Mittelpunkt meines Wirkens der Mensch stehen muss, die Schülerin, der Schüler, dass ich ihn in seinem Leben sehe, so wie er ist, dass ich ihn fördere. Und auf diesem Fundament kann alles andere, was wir erlernt haben, was wir wissen aus eigener Praxis und Erarbeitung, weitergebaut werden.

Sie kennen dieses Wort von unserem Heiligen Vater: „Der Mensch ist der Weg der Kirche“. Und so können wir auch sagen: Die Schüler, die Schülerinnen sind der Weg Ihres beruflichen Lebens, Ihres Einsatzes für die Verkündigung. Dazu wünsche ich Ihnen allen, besonders den Neuen, Gottes Segen und viel Freunde!