Die Piaristen kehren nach Horn zurück

Pünktlich zum 350-Jahr-Jubiläum des Piaristenkollegs Horn wird die Statio des Ordens in Horn mit zwei Patres wiederbelebt. Es sind dies P. Tomasz Tomski und P. Pawel Nejman. Der Festgottesdienst am Sonntag, dem 7. Oktober wird um 16 Uhr Diözesanbischof DDr. Klaus Küng mit dem General des Ordens, P. Jesus Maria Lecea aus Rom und P. Provinzial Jozef Tarnawsk aus Polen leiten. Der Festgottesdienst wird von dem St.-Georgs-Chor musikalisch gestaltet. Die beiden Patres P. Tomasz und P. Pawel wohnen bereits seit Sommer im Piaristenkolleg. In den nächsten Monaten werden sie noch die kirchliche Situation in Österreich kennen lernen und dann voraussichtlich im Dekanat Horn für priesterliche Aufgaben zur Verfügung stehen.

Der Orden der Piaristen wurde 1597 von Josef Calasanz in Trastevere, dem damaligen Armenviertel Roms gegründet, um den Kindern durch eine Schulausbildung und im Geiste des Evangeliums eine gute Zukunft zu schaffen.
Der Orden war von seinem Auftrag her auf das Apostolat durch die Schule ausgerichtet, bemüht sich aber auch, seine Erziehungsaufgabe in Schulen, Heimen und Internaten wie in der pfarrlichen und kategorialen Seelsorge wahrzunehmen, damit das gesamte Leben vom Geist des Evangeliums durchdrungen wird. Seine Schwerpunkte lagen daher auf den Gebiete der Predigt, des Schultheaters, der Rhetorik und Schriftstellerei.
In Österreich ist der Piaristenorden in Wien (in den Pfarren und Volksschulen "Maria Treu" und "St. Thekla"), in Krems und Horn tätig.
Insgesamt gibt es derzeit rund 1.500 Piaristen in 250 Niederlassungen mit weltweit über 100.000 Schülern in 33 Nationen und auf vier Kontinenten.

Das Kolleg Horn

Bereits 1642 wurde der Orden der Piaristen gebeten, in Horn tätig zu werden. Erst 1657 kam es tatsächlich zur Gründung eines Kollegiums. Am 9. April 1657 wurde der Unterricht in vier Klassen aufgenommen. Man zählte bereits 112 Schüler. Im nächsten Schuljahr waren es 196 in sieben Klassen und im darauf folgenden Jahr wurden erstmals alle acht Klassen des Gymnasiums geführt. Die Schüler kamen vorwiegend aus der Umgebung, aber auch aus Oberösterreich und Böhmen. Mehrmals mussten dann Kollegium und Schule erweitert werden. Die Kirche selbst war 1675 vollendet worden und wurde um 1720 um einen Zubau erweitert.
1872 hat der Piaristenorden das Horner Gymnasium der Stadt übergeben, weil man sich damals mit der neuen Schulgesetzgebung nicht identifizieren wollte. Danach waren im Kollegium nur mehr ein Internat und ein Juvenat untergebracht.
(Unterlagen: Dr. Heinrich Gotsmy)