Die Hochschule St. Pölten feiert ihren Patron

Mit einer Vesper in der Kapelle des Priesterseminars und anschließender Festakademie in der Aula zur Frage nach Gott und dem Leid, feierte die Hochschule der Diözese St. Pölten am 28. Jänner ihren Patron, den Heiligen Thomas von Aquin. Der seit Oktober an der Hochschule tätige Dozent für ökumenische Theologie und Lehrbeauftragte für Fundamentaltheologie, Dr. Josef Kreiml, stellte die Frage nach Gott und dem Leid in den Mittelpunkt seiner Antrittsvorlesung.
Gerade diese Frage, warum Gott das Leid zulasse, werde von vielen Theologen als Schicksalsfrage der Gottesfrage angesehen.
Neben dem heiligen Augustinus, der das Leid auf der Welt auf die Erbsünde zurückführt, haben sich immer wieder Theologen mit dieser Frage befasst und Theorien aufgestellt, um eine Antwort zu finden. So auch der Münchner Fundamentaltheologe Armin Kreiner, der vor allem die Willensfreiheit des Menschen hervorhebt. Für ihn sei das Leid der Preis der Freiheit des Menschen, wies Kreiml hin. Dieser Ansatz, so der Referent, sei aber kritisch zu sehen. Denn dabei werde "die Angewiesenheit des Menschen auf die Gnade Gottes in Abrede gestellt". Kreiner befinde sich damit "in einer Sackgasse", stellte Kreiml fest.
Er selbst stellte diesen Theorien die "Theologie des Kreuzes" gegenüber. Die Frage nach dem Leiden sei eine Frage des Mitleidens, sagte der Fundamentaltheologe. Gott habe das Leiden aus der Welt nicht genommen, sondern geändert. Die einzig wahre Rechtfertigung des Leidens bestehe darin, dass Gott selbst das Leid auf sich genommen habe. Durch den Tod und die Auferstehung Jesu gebe es eine neue Art des Leidens: eine Liebe, die die Welt verwandelt, betonte Kreiml abschließend.