Diakonweihe im Dom

Am Donnerstag, dem Fest Petrus und Paulus konnte Bischof DDr. Klaus Küng Mag. Daniel Kostrzycki zum Diakon weihen. Kostrzycki ist in Polen geboren und derzeit als Pastoralassistent in der Stadtpfarre Zwettl tätig. Der Bischof wies in seiner Predigt hin, dass er eine alte Tradition der Diözese wieder aufgreife, am Fest der Apostel Petrus und Paulus einem Kandidaten die Diakonweihe zu spenden. Dies soll auch in Zukunft nach Möglichkeit so sein. Der Bischof zeigte sich zuversichtlich, dass künftig wieder mehr Priesterkandidaten sein werden.
Die derzeit geringe Zahl von Weihekandidaten stelle ohne Zweifel eine Not dar, sagte der Bischof. Diese Not sei heute gerade in den Wohlstandsländern bedrängend. Man müsse sich dabei aber bewusst werden, so der Bischof, dass in der Not Gott alle anspreche. Bischof Küng verwies auf die Zeit der Urkirche, in der sich die Christen in ihrer Not versammelt hatten, um inständig zu Gott zu beten, wie es die Apostelgeschichte schreibt.
Das Gebet müsse auch heute die Haltung in der aktuellen Situation der Kirche und Gesellschaft sein, wies er hin. "Eine Gebetsbewegung, die wachsen muss, ist zu allererst nötig", forderte der Bischof. Man müsse hören, was Gott uns durch die Not sagen möchte.
Von manchen werden von der Kirche Reformen gefordert, wies Bischof Küng hin. Sicher seien Reformen immer nötig, sagte der Bischof, denn die Kirche sei immer reformbedürftig. Doch jeder müsse bei sich selbst damit anfangen.
Wenn es heute wenige Priesterkandidaten gebe, dann hänge das vor allem aber damit zusammen, dass der Glaube an den Messias schwach geworden sei. Denn wenn die Menschen wirklich glauben würden, dass Christus gegenwärtig ist, "dass sein Wort befreit, dass seine Gnade heilt, dass er das Leben verändern kann", würden sie alles Mögliche tun, um zu ihm zu kommen.

An den Weihekandidaten gewendet sagte der Bischof, dass er mit der Weihe viele Verpflichtungen eingegangen sei. Durch die Weihe finde er aber auch Heimat in der Diözese. "Wir nehmen ihn auf und wir sagen, wenn wir den Gottesdienst mit ihm feiern, dass wir den Weg mit ihm zusammen gehen", so der Bischof. Er wünschte dem Kandidaten, in der Zeit seines Diakonates "noch stärker in den priesterlichen Dienst hineinzuwachsen" und das Gebet zu pflegen.