Den Weg der Ökumene weitergehen

"Wir wollen den eingeschlagenen Weg der Ökumene "in geduldiger Hartnäckigkeit" weitergehen", betonte Superintendent Mag. Paul Weiland beim ökumenischen Gottesdienst am 20. Jänner in der Leopoldkapelle im NÖ Landhaus in St. Pölten. Die bisherige ökumenische Zusammenarbeit habe schon vieles bewirkt, sagte er. Zum Anlass der Gebetswoche für die Einheit der Christen fand in der Landhauskapelle in St. Pölten ein ökumenischer Gottesdienst mit Kanzler Dr. Gottfried Auer und Rektor Dr. Josef Kreiml von der römisch-katholischen Kirche, Superintendent Mag. Paul Weiland und Pfarrerin Mag. Baukje Leitner-Pijl von der evangelischen Kirche, Superintendent Lothar Pöll von der methodistischen Kirche sowie Pfarrer Robert Freihsl von der Altkatholischen Kirche statt.

Weiland warnte in seiner Predigt davor, Menschen zu verunglimpfen und auszugrenzen. Dabei wies er scharf die Aussagen der Grazer FPÖ-Spitzenkandidatin Susanne Winter über den Islam zurück. Sie habe mit ihrer Aussage "nicht nur eine Religionsgemeinschaft verhöhnt sondern auch Menschen gegeneinander aufgehetzt". Er hoffe, so Weiland, dass sie - auch durch die Wähler - zurechtgewiesen werde und einsehe, dass ihre Aussagen nicht richtig gewesen seien.
Alle Anwesenden rief er auf, miteinander für den Frieden zu beten und zu arbeiten. Weiland unterstrich, dass in den vergangenen Jahren in ökumenischen Bemühungen viel weitergegangen sei und erinnerte an die ökumenischen Gottesdienste sowie an die lange Nacht der Kirchen, die dieses Jahr erstmals auch in St. Pölten gemeinsam durchgeführt werde. Dieser Weg müsse fortgesetzt werden, betonte Weiland. Er wünsche sich, dass es in der Ökumene einmal soweit kommen werde, dass "gemeinsame Gottesdienste an Sonntagen für alle Christen die Erfüllung der Sonntagspflicht bedeuten" und dass es gelinge, "auf dem Weg des Christseins gemeinsam Abendmahl und Eucharistie zu feiern". Weiland rief auf, "in geduldiger Hartnäckigkeit" auf dem eingeschlagenen Weg weiter zu gehen.

Der ökumenische Gottesdienst, zu dem der kath. Akademikerverband geladen hatte, wurde vom Kirchenchor Obritzberg musikalisch gestaltet. Die Kollekte beim Gottesdienst wurde einem sozialen Projekt der methodistischen Kirche in Kocani in Makedonien zur Verfügung gestellt. In diesem Ort lebt eine evangelisch-methodistische Minderheit, vor allem Romas. Alle Methodisten zählen dort, wo fast die Hälfte der Einwohner arbeitslos ist, zu den Sozialhilfeempfängern. Eine vierköpfige Familie müsse mit etwa 28 Euro im Monat das Auslangen finden, wies Superintendent Pöll hin.