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"Den Menschen mit den Augen Jesu sehen"

Weihbischof Dr. Anton Leichtfried feierte am 26. Juli einen Gedenk- und Dankgottesdienst für den am 22. Juli im 95. Lebensjahr verstorbenen früheren Generalvikar der Diözese St. Pölten, Prälat Dr. Alois Tampier. Im Dom von St. Pölten konzelebrierten der Wiener Weihbischof DDr. Helmut Krätzl, Propst Mag. Maximilan Fürnsinn vom Stift Herzogenburg, Abt Berthold Heigl vom Stift Seitenstetten und die Mitglieder des Domkapitels. Weihbischof Leichtfried erinnerte daran, dass Tampier erst kürzlich, am 29. Juni, sein siebzigjähriges Priesterjubiläum feierte, was für ihn "fast unvorstellbar" sei.

"Er konnte den Menschen mit den Augen Jesu sehen", betonte Domdechant Prälat Dr. Alois Hörmer über Prälat Tampier in seiner Predigt im Gedenken an den "diskreten und unaufdringlichen Mitbruder, Priester und Mitarbeiter des Bischofs". Nach dem Krieg habe Alois Tampier gemeinsam mit dem damaligen Diözesanbischof Memelauer "aus den Ruinen und Trümmern die Kirche neu aufgebaut", erzählte Prälat Hörmer: Um "neue Ordnung" zu schaffen, habe ihn der Bischof als Sekretär in das Ordinariat berufen. Dort habe ihn der spätere Bischof Zak kennen- und schätzen gelernt, der ihn dann auch als Generalvikar "in seine engste Mitarbeiterschaft hineingenommen" habe, so Hörmer.
Tampier habe einen "freudigen Durchblick" gehabt, erklärte der Domdechant, den er "präzise und sehr treffend in Wort und Schrift" bringen konnte. Tampier habe jedoch dabei den Akzent nie auf das Kritische, sondern immer auf das Besinnliche gesetzt, betonte Hörmer. Seine Nüchternheit und sein Scharfblick hätten dadurch immer etwas Tröstliches gehabt.

Das hl. Requiem für Prälat Tampier feiert Diözesanbischof DDr. Klaus Küng am Freitag, 27. Juli um 14 Uhr in der Kapelle des Mary-Ward-Hauses (Lilienhof) in St. Pölten. Anschließend wird der Verstorbene am Klosterfriedhof beigesetzt.