Dekanate sollen Zusammenarbeit fördern

Den Dekanaten kommt im Erneuerungsprozess der Diözese eine besonders wichtige Rolle zu. Dies erklärte der Pastoraltheologe und Subregens des Priesterseminars, Dr. Gerhard Reitzinger bei der diesjährigen Dechantenkonferenz am 12. November im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten. Die Zusammenarbeit in der Seelsorge sei eine der wichtigsten Aufgaben der Dekanate und nicht erst der Pfarrverbände, unterstrich Reitzinger. Schon in den bisherigen Zwischenergebnissen des diözesanen Erneuerungsprozesses wurde immer wieder betont, dass eine „gute Mittelstruktur zwischen Zentrale und Pfarre“ nötig sei, was eine besondere Aufwertung der Dekanate bedeute.
Das Dekanat habe in den vergangenen Jahren in seinen Aufgaben einen Bedeutungswandel erlebt, wies Reitzinger hin. Zu den bisherigen Verwaltungsaufgaben, so der Pastoraltheologe, komme ihm heute und in Zukunft vor allem eine pastorale Bedeutung zu: die Förderung und Koordination der gesamten pastoralen Tätigkeit in diesem Gebiet.
Die bisherige Schwerpunktsetzung der Seelsorge auf die einzelnen Pfarren und Pfarrgemeinden sei in den vergangenen Jahren in die Krise geraten und müsse hinterfragt werden. Vieles entspreche nicht mehr den heutigen Lebensgrundlagen und Lebensgefühlen der Bewohner. Reitzinger verwies auf das Direktorium für den Hirtendienst der Bischöfe, in dem der Zuwachs an pastoraler Bedeutung für das Dekanat „bestätigt und fortgeschrieben“ wird.

Reitzinger sprach sich für mehr Hilfestellungen für Dechanten und die Dekanate aus. Dazu gehören entsprechende Einführungen in den pastoralen Dienst sowie für eine effiziente Abwicklung von Verwaltungsaufgaben, eine angemessene Weiterbildung und materielle wie auch personelle Unterstützung für die vielfältigen Aufgabenbereiche. Auch die Kommunikationsstrukturen mit diözesanen Dienststellen und der Leitung seien neu zu überdenken, regte er an. Es sei auch zu überdenken, ob nicht nur Priester an der Wahl der Dechanten mitwirken sollen.
Der Erneuerungsprozess habe gut begonnen und gute Grundlagen geschaffen, auf denen der Weg fortgesetzt werden könne, und bei dem auch die Dekanate eine wichtige und entscheidende Rolle spielen, unterstrich Reitzinger abschließend.

Hauptaufgabe Leiten
Aus der Praxis seines langjährigen Dechantendaseins gab der Regens des Bischöflichen Seminars in Graz, Dr. Wilhelm Krautwaschl, gute Tipps. Für ihn gebe es vor allem zwei wesentliche Voraussetzungen: Der Dechant müsse aus den Pfarrern des Dekanates selbst kommen und im Auftrag des Bischofs handeln. Gerade diese zwei Aspekte – gewählt und gleichzeitig beauftragt zu sein – können auch Konflikte mit sich bringen. Für diese Aufgabe als Dechant müsse er einige pfarrlichen Aufgaben streichen, brauche aber auch personelle und strukturelle Unterstützung durch der Diözese, so Kratwaschl.
Eine der wichtigsten Aufgaben eines Dechants sei der Leitungsdienst, hob der Grazer Regens hervor. Leiten bedeute aber nicht, nur verwalten, sondern „in neuer Weise Pfarrer sein“, Prioritäten setzen, Menschen begleiten, Umschau nach Entlastungsfaktoren halten sowie sich genügend Know how für diese Aufgaben anzueignen. Großer Wert müsse dabei auf die Begegnung und lebendige Kommunikation mit den Priestern im Dekanat gelegt werden, regte Krautwaschl an.