Das Wallfahrtsmuseum – Spurensuche nach dem Ewigen

„Das Museum ist wie eine Spurensuche nach dem Ewigen“ charakterisierte Bischof DDr. Klaus Küng das erweiterte und neu gestaltete Wallfahrtsmuseum von Maria Langegg im Dunkelsteinerwald. Das aus Mitteln der Diözese, des Land und dem EU-Regionalförderprogramm LEADER+ geförderte Museumsprojekt konnte am 5. September in Beisein zahlreicher Ehregäste aus Kirche, Politik und Wirtschaft wieder eröffnet werden. In seinen Eröffnungsworten wies Bischof Küng auf seinen sehr persönlichen Zugang zu diesem Wallfahrtsort und Museum hin. Wallfahrtskirchen seien Orte, in denen oft große Bewegungen entstanden seien, sagte er. Dahinter sei etwas verborgen, was weit über der Zeit stehe - ein tiefer Ausdruck von Gläubigkeit. So seien Kirchen Schätze, bei denen nicht der materielle Werte zähle, sondern die Menschen, die dahinter stehen.
Heute, in einer Zeit, da viele unter dem Eindruck vieler Dinge stehen, würde die Wallfahrt wieder neu entdeckt, sagte der Bischof. Menschen suchen nach Spuren, die das Leben erfüllen. Er hoffe, dass diese Spuren gefunden werden, auf denen die Menschen zu diesem eigentlichen Schatz gelangen.
Auch der Landtagsabgeordnete Ing. Josef Edlinger sieht in den Wallfahrtsorten Stätten der Kraft und Besinnung, aber auch des Dankes, den viele Menschen heute bereits verlernt hätten.
Wallfahrtspfarrer P. Karl Leisner-Becker sieht in diesem Wallfahrtort mit dem neu eröffneten Museum eine „große Chance, Menschen zu Christus zu führen“. Einst seien Menschen in ihrer Not und Krankheit zu diesem Ort gepilgert. Heute sei es die geistige Not, die die Menschen belaste, sagte er.
Der Bürgermeister von Bergern und Vorsitzende der Region Dunkelsteinerwald, Walter Waldbauer unterstrich, dass die Wallfahrt für diesen Ort zwischen den Stiften Göttweig und Melk stets Bedeutung gehabt habe. Auch heute führe der Jakobsweg durch Maria Langegg.

Museum, Schatzkammer und Bibliothek

Das Museum zeigt vor allem zahlreichen Votivbilder des 17.bis 19. Jahrhunderts. Die Gemälde der Barockzeit wurden nach Katastrophen im Rahmen von Gemeinschaftswallfahrten dargebracht und zeigen meist historische Orts- und Stadtansichten wie Stein an der Donau, Traismauer oder auch Hadersdorf und Gföhl. Die lichtdurchlässigen Rollos vor den Fenstern liefern gleichzeitig Bild- und Textinformationen über die politisch-konfessionellen Situation in Niederösterreich um 1600 und die Entstehung und Entwicklung der Wallfahrt bis zu den örtlichen Wallfahrtsbräuchen.
Ein Höhepunkt des Museums ist die Bibliothek mit ihren dekorativen spätbarocken Malereien. In diesem Raum wird die Geschichte der Serviten und ihres Klosters in Maria Langegg behandelt. Sie umfasst knapp über 6.600 Bücher aus der Zeit von 1566 bis 1970. Etwa 70 Prozent sind religiöse und liturgische Bücher. Darüber hinaus gibt es eine breite Vielfalt an Lexika, Grammatikbüchern, naturwissenschaftliche Werke zur Physik und Mathematik, Geschichts-, Geographie- und Gartenbücher, aber auch Romane.
Ein weiterer Höhepunkt ist die Schatzkammer, in der die von Wallfahrern gespendeten Votivgaben aufbewahrt werden. Es findet sich alles, was an die Nöte der Pilger erinnert oder mit denen Verletzungen passiert sind, wie Nadeln Nägel und Messer. Auch Haare wurden als Dank dargebracht ebenso wie Wachsstöcke, Darstellungen der geheilten Gliedmaße, Figuren und vieles mehr.
Ein besonderes Angebot des neuen Museums ist der frei zugängige Outdoor-Themenweg, der auf zwei Kilometer rund um das Kloster führt und auf Glasstelen Informationen über die Geschichte von Maria Langegg präsentiert.

Öffnungszeiten
Das Wallfahrtsmuseum ist von Mai bis Oktober geöffnet, und zwar Mittwoch bis Samstag von 09.45 bis 11.45 Uhr und von 14.30 bis 16.30 Uhr, Sonn- und Feiertags von 11.45 bis 12.30 Uhr und von 14.30 bis 16.30 Uhr.
Führungen sind Mittwoch bis Freitag auf Anfrage, an Samstagen um 14.30 Uhr, Sonn- und Feiertags um 11.45Uhr, 14.30 Uhr und 15.30 Uhr.
Anmeldung: Tel.: 02753 / 20 741.

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