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„Das Ohr bei den Menschen, das Herz bei Gott“

Beim laufenden Erneuerungsprozess geht es um geistliche, inhaltliche und strukturelle Erneuerung der Diözese St. Pölten, erklärte der Direktor der Diözesanstelle für Pastorale Dienste, Dr. Sepp Winklmayr, bei einem Vortrag beim Forum XXIII im Lilienhof bei St. Pölten. Als „Fundament des Suchens“ nach Lösungen für die aktuellen Herausforderungen der Kirche gelte es, „das Ohr bei den Menschen zu haben, aber das Herz bei Gott“, betonte Winkelmayr. Beides zu verbinden sei die große Herausforderung des Erneuerungsprozesses.
Bei vielen Menschen sei ein starkes Bedürfnis Gott zu suchen wie auch großes soziales Engagement festzustellen, analysierte Direktor Winklmayr. Andererseits gebe es bei vielen auch Betroffenheit über wachsendes religiöses Desinteresse und auch „Enttäuschung über die Starrheit kirchlicher Strukturen“. Aus dieser Mischung von Aufbruch und Enttäuschung sei auf Wunsch Bischof Küngs der diözesane Erneuerungsprozess entstanden. Als wichtigste Frucht des bisherigen Weges bezeichnete Winkelmayr, „dass die Menschen in der Diözese miteinander ins Gespräch kommen und bemerken, dass sie ernst genommen werden“. Dadurch seien bereits viel versprechende Impulse entstanden.

Für die Diözese und die Pfarren gebe es fünf Anforderungen und Ziele, führte Dr. Winklmayr aus: Um eine „nachgehende und hinführende Seelsorge“ zu verwirklichen, müssten die Priester von Aufgaben „freigespielt“ werden, die auch von Laien übernommen werden könnten. Die in zahlreiche Gruppen, Organisationen und Vereine zersplitterten Strukturen sollen zu einer „neuen Kultur des Miteinanders“ vernetzt werden. Auch die einzelnen Pfarrgemeinden müssten lernen, sich nicht von einander abzugrenzen, sondern mehr gemeinsam zu agieren, betonte Winklmayr.

Ein weiteres Ziel sei die Begleitung und Bildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Pfarren. „Wir haben einen großen Schatz in der Diözese“, erklärte Winklmayr, „8.000 Pfarrgemeinderäte, die ein unglaubliches Potenzial darstellen.“ Diese seien zwar grundsätzlich bereit, „freiwillig und ehrenamtlich“ mitzuarbeiten, müssten jedoch entsprechend ausgebildet, unterstützt und begleitet werden.

Eine vierte Anforderung sind die Gepflogenheiten und Bedürfnisse der verschiedenen Regionen in der Diözese. „Die Stadtpastoral in St. Pölten braucht anderes als eine kleine Gemeinde an der tschechischen Grenze“, so Winklmayr. Deshalb würden die einzelnen Regionen mit ihren Eigenheiten im neuen Pastoralkonzept stärker berücksichtigt und unterschiedliche Angebote für die verschiedenen Gebiete erarbeitet.

Schließlich sei auch ein „positives Bild von Kirche in einem offenen Dialog“ zu vermitteln. Winklmayr bedauerte, dass trotz ihrer positiven Rolle in der Gesellschaft „die Kirche in den letzten 20 Jahren nur mit Skandalen in den Medien“ war. Alle Ebenen der Diözese müssten „vermehrt positive Ereignisse transportieren“ und die zahlreichen neuen religiösen Angebote bekannt machen. Winkelmayr: „Kirche muss wieder positiv vorkommen.“

Für die Neuaufstellung des früheren Pastoralamtes als „Pastorale Dienste“ sei die Frage entscheidend gewesen: „Wie können wir den Pfarren wirklich hilfreich sein?“ So wurden aus bisher 40 Abteilungen, Referaten und Einrichtungen „fünf überschaubare Bereiche“ geschaffen, erkläre der Direktor. Vernetzung und „lebendiges Miteinander“ sei in der aktuellen Situation die wichtigste Anforderung: „Wo das nicht gelingt, hat Kirche keine Zukunft“, betonte Winklmayr.