Das Leben ist das 5. Evangelium

Vor 125 Jahren, am 13. November 1882, wurde der Gründer der Katholischen ArbeiterInnenjugend (KAJ) und der Katholischen ArbeitnehmerInnenbewegung (KAB), Kardinal Joseph Cardijn geboren. Er starb vor 40 Jahren. Zu seinem Gedenken fand im Pfarrzentrum St. Pölten-Stattersdorf eine Veranstaltung mit Gedenkgottesdienst statt. Zu dieser Veranstaltung unter dem Thema "Das Leben ist das 5. Evangelium" haben die Katholische ArbeitnehmerInnenbewegung, die Kath. ArbeiterInnenjugend und die Betriebsseelsorge St. Pölten geladen. Der Titel der Veranstaltung bezog sich auf ein Zitat des für die Versöhnung von Kirche und Arbeiterschaft engagierten Priesters Cardijn.

Prälat Mag. Bernhard Naber, Altabt des Stiftes Altenburg, zeigte in seinem Hauptreferat des Abends auf, wie das Denken und Handeln Cardijns die Entwicklung der Katholischen Soziallehre beeinflusst hat und seine Gedanken sich auch in päpstlichen Enzykliken und Dokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils wieder finden. Cardijns Dreischritt "sehen - urteilen - handeln" ist die Arbeitsmethode der gesamten Katholischen Aktion geworden.

Beim abschließenden Gottesdienst unterstrich der geistliche Assistent der Kath. Arbeitnehmerbewegung, Kaplan Franz Sieder, dass Jesus "eindeutig auf Seite der Schwachen und zu kurz Gekommen" gestanden sei und alle Christen zum Engagement in Kirche und Gesellschaft aufgefordert seien.

Anton Liedlbauer, der Vorsitzender der kath. Arbeitnehmerbewegung, konnte zu dieser Veranstaltung 75 AktivistInnen begrüßen. Er betonte, dass Kardinal Cardijn für viele Christinnen und Christen Motivation war, sich für Gerechtigkeit in den Betrieben und auch weltweit einzusetzen. Die erste Diözesansekretärin der Katholischen Arbeiterjugen der Mädchen, Liesl Walzer geb. Schobel, gab ein beeindruckendes Zeugnis von ihrer persönlichen Begegnungen mit Cardijn.