Nikolaus
 
 

Das gelebte Evangelium ist das Um und Auf

Die Verkündigung des Wortes Gottes durch das täglich gelebte Evangelium sei das wichtigste Anliegen, das in der Schlussbotschaft der Bischofssynode ausgesagt sei, erklärte Weihbischof Dr. Anton Leichtfried nach seiner Rückkehr aus Rom. Leichtfried hatte als Delegierter der Österreichischen Bischofskonferenz an der dreiwöchigen Weltbischofssynode über die Bibel teilgenommen. Die Synode hat in ihrer Schlussbotschaft aufgerufen, alle Medien und Möglichkeiten optimal zu nutzen, um „das Wort des Lebens zu verkünden“. In diesem Zusammenhang hat sie zwei Gruppen von Menschen besonders hervorgehoben, berichtete der St. Pöltner Weihbischof: die Armen und Unterdrückten als „erste Adressaten der Botschaft von Gerechtigkeit und Hoffnung“ und jene, die heute wegen des Evangeliums verfolgt werden.

Besonders beeindruckt zeigte sich Weihbischof Leichtfried von der Erfahrung der Weltkirche „Wenn links neben mir ein aus Syrien stammender melkitisch-griechischer Patriarch aus Paris sitzt, auf der anderen Seite zwei Philippinos, hinter mir ein Afrikaner, dann hört man mit anderer Aufmerksamkeit zu“, sagte er. Auch die Sprachenvielfalt – es gab sechs „Synodensprachen“ – habe diese Vielfalt unterstrichen.
Die Anwesenheit verschiedener Vertreter christlicher Konfessionen habe neue Gespräche und Kontakte ermöglicht, berichtet Leichtfried. Höhepunkt dabei sei die gemeinsame Vesper mit Patriarch Bartholomäus von Konstantinopel in der Sixtinischen Kapelle gewesen. Dessen Rede vor der katholischen Bischofssynode sei „als historisches Ereignis“ zu werten.

Insgesamt habe diese Synode, bei der der Papst „bis auf zwei kleine Ausnahmen nur zugehört hat“, die Bedeutung der historisch-kritischen Methode unterstrichen. Denn die Grundlage des Glaubens sei keine Mythologie, sondern wirkliche Geschichte, erinnerte Leichtfried an die Konstitution „Dei Verbum“ des Zweiten Vatikanischen Konzils.
Andererseits sei die Schrift „nicht nur Vergangenheit und Literatur“, sondern lebendige Wirklichkeit, weshalb auch der „theologischen Exegese“ heute besondere Bedeutung zu komme. Leichtfried untermauerte seinen bereits bei der Synode erhobenen Hinweis auf die Verantwortung der Prediger, Evangelium und Leben miteinander zu verbinden und sich für die Vorbereitung dazu Zeit zu nehmen. Die Predigt sei etwas Wichtiges, wofür man sich mehr Zeit nehmen müsse, damit die Heilige Schrift „Nahrung für die Christen“ sein könne.