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Damit das Sozialwort lebendig bleibt

Eine Zwischenbilanz über das Sozialwort der Kirchen haben die Verantwortlichen in der Diözese St. Pölten gezogen. Unter den Teilnehmern auch Bischof DDr. Klaus Küng, Direktor Msgr. Wilfried Kreuth und P. Dr. Alois Riedlsperger. Zum Sozialwort wurden zwar viele Initiativen gesetzt, doch in letzter Zeit sei es eher still um diese breite ökumenische Initiative geworden, meinten einige Teilnehmer an diesem Abend in ihrem Resumee. Ein neuer Anlauf soll nun bewirken, dass dieses richtungsweisende Papier "nicht in der Schublade verschwindet". Viele hätten durch das Sozialwort auch "Rückhalt in ihrer Arbeit" bekommen, vor allem im sozialen und sozialpolitischen Bereich. Das Kath. Bildungswerk selbst hat mit über 20 Themen das Sozialwort in seine Bildungsangebote integriert. In manchen Pfarren sei es durch das Sozialwort auch zu ökumenischen Begegnungen gekommen, berichteten die Teilnehmer.


Die Stärke des Sozialwortes liege darin, so P. Riedlsperger, dass es Verknüpfungen herstellt und die soziale Frage als Grundfrage des Menschen aufzeigt. Ein Schlüssel für die Zukunft sei aber die Selbstverpflichtung der verschiedenen engagierten Gruppen, Gliederungen und Einrichtungen, die das Sozialwort in die Tat umsetzen, wies er hin.
Bischof DDr. Klaus Küng unterstrich das Anliegen des Sozialwortes, das viele wesentliche Aspekte aufzeige. So etwa die entschlossene Forderung nach der Familie auf der Grundlage der Ehe, die der Bischof als eine der wesentlichsten Herausforderungen für die Zukunft der gesamten Gesellschaft bezeichnete. Viele soziale Probleme entstünden heute aufgrund fehlender Sozialisation der Kinder, durch zunehmende Ehescheidungen und den Geburtenrückgang, der demografisch gesehen ein massives Problem darstelle. Der Bischof bedauerte in diesem Zusammenhang auch die Auswirkungen der pränatalen Diagnostik. Dahinter stehe die Grundfrage der Würde des Menschen, sagte er. In diesen Fragen, die auch im Sozialwort angesprochen werden, liege ein "riesiger Handlungsbedarf", unterstrich er. Letztlich sei es aber der Glaube an Gott, der die tiefste Quelle für ein dauerhaftes Bemühen im sozialen Bereich darstelle und auch zur Nachhaltigkeit führen kann, sagte er.


Diese Evaluierung und Qualitätssicherung des Sozialwortes helfe zu einem zielorientierten, überprüfbaren, bewussten und wertschätzenden Handeln, sagte Riedlsperger. Von den Teilnehmern wurden vor allem die positiven Erfahrungen und Aspekte im Umgang und in der Arbeit mit dem Sozialwort genannt, aber auch manche Defizite festgestellt. Etwa, dass in der Umsetzung des Sozialwortes auf Pfarrebene noch manches offen sei.