Computer für alle

„SoCom“ – Sozialcomputer für alle. Dieses Projekt hat die „Gemeinnützige Sanierungs- und Beschäftigungs-GmbH“ und der „Verein Wohnen“ – ein 1990 mit kirchlicher Hilfe gegründeter Verein – am 31. Oktober neu gestartet. Ziel ist es, moderne Informationstechnologien auch sozial benachteiligten Menschen zugängig zu machen. Denn Informationsdefizite sind ein wesentlicher Grund für die neue Armut in unserer Gesellschaft, weist Geschäftsführer Johann Lechner hin. Im Rahmen des neuen Projektes werden in einer kleinen Werkstatt in St. Pölten Computer und Computerbestandteile von Jugendlichen mit entsprechendem Know-how zu günstigen und brauchbaren PC’s umgebaut, die dann von Menschen mit sehr geringem Einkommen erworben werden können. Dies hilft einerseits, den wachsenden Müllberg von Elektronikschrott zu vermeiden und stellt andererseits einkommensschwachen Familien günstige PC’s zur Verfügung, erläutert Johann Lechner. Im Rahmen eines weltweiten Sozialprogramms stellt auch die Firma Microsoft günstige Lizenzen zur Verfügung, wobei der Käufer lediglich den Nachweis von Bedürftigkeit erbringen muss. Darüber hinaus, so Lechner, erhalten durch dieses Projekt nicht nur Jugendliche befristete Arbeitsplätze, sondern werden auch im Rahmen des sozialökonomischen Betriebes „GESA“ durch Beratung, Unterstützungsmaßnahmen und eine bessere Qualifizierung für den „ersten Arbeitsmarkt“ vorbereitet.

Der zweite Geschäftsführer Hannes Ziselsberger wies hin, dass ein Computer heute kein Luxusgut mehr sei, sondern Teil unserer Kulturtechnik. Bisher wurden hunderte defekte Computer gesammelt, 70 seien bereits repariert, neu zusammengebaut und verwendbar. Dreißig von ihnen wurden bereits bedürftigen Personen und sozialen Einrichtungen übergeben. Der Sozial-Computer-Laden ist in St. Pölten, Daniel Gran Straße jeden Freitag von 12 bis 18 Uhr geöffnet (Tel. 02742/21169).

Die Segnung der neuen Räumlichkeiten nahm Pfarrer Karl Höllerer in Beisein von LR Mag. Johanna Mikl-Leitner, Mag. Manfred Rötzer vom Bundessozialamt NÖ, Mag. Karl Fakler vom AMS Niederösterreich und der St. Pöltner Vizebürgermeisterin Susanne Kysela vor.

Der Verein Wohnen, 1990 mit kirchlicher Hilfe und durch die Emmausgemeinschaft St. Pölten gegründet, hatte bereits 1993 mit Hilfe von AMS und dem Land Niederösterreich ein gemeinnütziges Beschäftigungsprojekt mit Transitarbeitsplätzen ins Leben gerufen, um Wohnraum für Wohnungslose zu schaffen. 2001 wurde die „GESA“, die „Gemeinnützige Sanierungs- und Beschäftigungs-GmbH“ gegründet, die als sozialökonomischer Betrieb mindestens 20 Prozent seines Budgets selbst erwirtschaften muss. Die Tätigkeitsbereiche dieser Einrichtung umfassen neben Haussanierungsarbeiten auch Holzarbeiten, Grünraumpflege, Reinigungen von Gebäuden und Büros und nun auch die Computer-Wiederverwertung.
Die GESA bietet derzeit 33 Transitarbeitsplätze, acht „Zugangs-Plätze“ und 15 Arbeitsplätze für Schlüsselarbeitskräfte. Gemeinsam mit dem Verein Wohnen, der alleiniger Gesellschafter der GESA-GmbH ist, stehen derzeit 86 Arbeitsplätze zur Verfügung. In den vergangenen 15 Jahren sind insgesamt 545 Personen durch dieses Projekt gegangen. Seit damals hat der Verein mit der GESA im Raum St. Pölten immer wieder leerstehende Gebäude saniert und so günstigen Wohnraum für Wohnungssuchende geschaffen.
Seit 1. Juli gibt es auch acht „Zugangs-Arbeitsplätze“ für jene Personen, die aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes, Wohnungslosigkeit, akuter Krisen oder psychischer Einschränkungen auch nicht in einem gemeinnützigen Beschäftigungsprojekt Aufnahme finden. Diese Plätze werden durch das AMS Niederösterreich, das Land Niederösterreich und den Europäischen Sozialfonds gefördert.