Christus ist der Weg für die Liebe

"Wenn Christus auch im Herzen eines Menschen zur Welt kommt und im Haus einer Familie lebendig ist, dann entsteht die Liebe". So Familienbischof DDr. Klaus Küng bei seiner Predigt am Fest der Heiligen Familie am Sonntag, dem 31. Dezember im Dom zu St. Pölten. Es gehöre für jedes Kind zu einer wichtigen Erfahrung in seiner Entwicklung, wenn es in einer Familie aufwachen kann, in der Vater und Mutter in Liebe einander verbunden seien, sagte der Bischof. Es sei ein wesentlicher Bestandteil des eigenen Wohlbefindens, ob in einer Familie gegenseitiges Wohlwollen vorhanden sei oder ob Streit und Groll die Atmosphäre vergiften.
Eine bedeutende Frage bei jedem Menschen sei, ob er den Weg zur wahren Liebe finde und alles daransetze, damit diese Liebe auch bleibe, reife und wachse und schließlich verwandelt werde, damit sie zur tieferen Liebe werde.
Dies sei auch der Grund, weshalb das Fest der Heiligen Familie zur Weihnachtszeit gefeiert werde, erklärte der Bischof. Denn Christus selbst sei der Weg für die Liebe. Wer ihn in seinem Herzen aufnehme, halte auch seine Gebote, die zu dieser tieferen Liebe führen, führte der Bischof aus.
Manchmal werde der Kirche der Vorwurf gemacht, sie verkünde Ideale, die nicht realisiert werden können, und auf die dann Enttäuschungen folgen. Diese Vorwürfe entstehen vor allem deshalb, weil oft viel zu wenig bewusst sei, was Christsein und auch Weihnachten eigentlich bedeuten. Die bedeuten nicht, so der Bischof, dass jeder bereits von vornherein ein "besserer Mensch" sei. Jeder habe seine Entwicklung, seine Geschichte, und eine dauerhafte Beziehung sei nicht einfach nur wie ein Schatz, den man einfach habe. Christsein bedeute vielmehr, dass Christus in die Herzen gelassen werde, damit er dort einziehen kann. Damit sei die Aufforderung verbunden, ihn wirklich zu suchen; denn nur dann könne sein Licht aufgehen. Nur Christus, der im eigenen Herzen aufgenommen werde, löse jene Impulse aus, an sich selbst zu arbeiten, damit die Liebe erwache, wachse, sich verändert und schließlich zu Gott führt.