Christsein und Unternehmer

Es gibt Voraussetzungen, dass die Arbeit und unternehmerische Tätigkeit in Einklang mit dem Willen Gottes stehe, wies Bischof DDr. Klaus Küng am 17. März vor der Vereinigung Christlicher Unternehmer (VCU) bei einem Vortrag im Mary-Ward-Haus in St. Pölten Stattersdorf zum Thema "Christsein und Unternehmergeist" hin. Jede Tätigkeit des Menschen müsse dem Willen Gottes entsprechen, sagte der Bischof. Der Mensch selbst müsse in seinem Verhalten zeigen, dass er Abbild Gottes sei. Seine Arbeit müsse in Hinblick auf Gott geschehen und versuchen, das zu erhalten, was Gott in allen Dingen grundgelegt habe. Dazu, so der Bischof, gehöre auch der Kontakt mit Gott, sei es im Gebet, in Zeiten des ruhig Werdens und auf Gottes Stimme zu hören.
Darüber hinaus müsse der Mensch bestimmte Pflichten gegenüber sich selbst erfüllen. Er sei nicht Herr über die Schöpfung, sondern nur Verwalter der ihm anvertrauten Welt. Eine Arbeit, die der Mensch mit Blick auf Gott tue, geschehe aus Liebe und damit auch mit größerer Anteilnahe und Freude, sagte der Bischof.


Ein Dienst für andere


Weiters habe der Mensch auch Pflichten gegenüber anderen Menschen zu erfüllen. Man müsse bei all seinem Tun erkennen können, dass ein Christ tätig sei. Die Herrschaft über die Erde müsse ein Dienst für andere sein. Dafür sei solidarisches Tun und Handeln gefordert, wie es auch in den päpstlichen Sozialrundschreiben immer wieder zum Ausdruck komme. Schließlich habe der Mensch Pflichten der Welt und der Schöpfung gegenüber zu erfüllen. Sein Tun müsse der Natur und seiner Verantwortung den kommenden Generationen gegenüber entsprechen.
All diese Anforderungen seien nicht neu, wies der Bischof hin. Doch sei gerade die heutige Zeit geeignet, sie wieder neu zu entdecken.


Unternehmerische Tätigkeit - ein Auftrag Gottes


Den Unternehmern sagte der Bischof, dass ihre Tätigkeit nicht etwas Nebensächliches sei, sondern einerseits ein Auftrag Gottes an die Menschen, seine Schöpfung fortzusetzen, um das Glück des Menschen zu erreichen. Darüber hinaus habe ein Christ die Aufgabe, nicht nur die Schöpfung, sondern auch die Erlösung zu vollenden. Für ihn sei die Arbeit daher mehr als eine Erfüllung des Auftrags, die Erde zu beherrschen. Sie sei vielmehr Bestandteil seiner Berufung, ein Weg, Gott und den Mitmenschen zu dienen und dabei zur Vollendung zu gelangen. Der Christ stehe so "mit beiden Beinen auf der Erde, habe die Hände bei der Arbeit und den Kopf im Himmel".