Christliche Gemeinden - Orte der Heilung

"Christus macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen" war das Motto der Ökumenischen Feier in der Leopoldkapelle im NÖ Landhaus, zu der der Ökumenische Arbeitskreis NÖ West mit der Röm.-kath. Kirche, der Evangelische Kirchen AB und HB, der Evangelisch-Methodistischen Kirche, der Altkatholischen Kirche und der Serbisch-Orthodoxen Kirche und dem Kath. Akademikerverband geladen hatten. Den Gottesdienst leiteten Superintendent Mag. Paul Weiland, Superintendent Lothar Pöll, Ordinariatskanzler Dr. Gottfried Auer, Pfarrer Mag. Baukje Leitner-Pijl sowie der neue Pfarrer der altkatholischen Kirche Robert Freihsl und der neue Dompfarrer Norbert Burmettler.
Schon bei den Bußgedanken kamen Situationen zur Sprache, in denen Menschen gedemütigt, misshandelt und getötet worden sind, wobei auch Christen und Christinnen verschiedener Konfessionen es unterlassen haben, mit einer Stimme zu sprechen. Als augenfälliges Symbol wurde ein Taize-Kreuz aufgestellt, zu dessen Fuß diese Situationen niedergelegt wurden.
Dazu wurden Kerzen als Symbol für Lebensstärkung und Heilung im Glauben entzündet.

In der Predigt wies Superintendent Lothar Pöll auf das Motto des Gottesdienstes nach dem Evangelium von Mt 7,31-37 hin, nach dem Jesus einen Taubstummen geheilt hat mit dem Wort Ephata - öffne dich. Dies sei ein Wort der Heilung, sagte Pöll. Taubstumm bedeute, dass ein Mensch seiner Umwelt gegenüber verschlossen sei. Es gehe nicht nur um eine äußerliche Heilung, betonte er.
Taub und Stumm gegenüber den Mitmenschen zu sein bedeutet auch, taub und stumm gegenüber Gott zu sein. Für einen verschlossenen Menschen brauche es jemandem, der ihm helfe, es brauche die Gemeinschaft. Zum Heilwerden brauche es drei Dinge, schloss Pöll: Gemeinschaft und gute Freunde, Berührung, Nähe und Zärtlichkeit, sowie die Kraft Gottes. Gerade die christlichen Gemeinden sollten solche Orte der Heilung sein.

Die musikalische Begleitung hatte der evangelische Gospelchor der Pfarre St. Pölten unter der Leitung von Sybille von Both und Mag. Dr. Angelika Beroun-Linhart an der Orgel übernommen.