Christentum und Indianermission

Die Verbindung von Christentum und zivilisierter Lebensweise stellte für die Missionare in Nordamerika im 18. und 19. Jahrhundert eine untrennbare Einheit dar. Verbunden mit dem Christentum überbrachten sie den Indianern auch einen westlichen Lebensstil - mit allen Vor- und Nachteilen - der dann vor allem in der Kultur des alltäglichen Lebens Einzug hielt.
Zu sehen bei der Ausstellung "Indianer" auf der Schallaburg bis 19. Oktober. Die Vorstellung von der gesellschaftlichen Verwirklichung christlicher Lebensart war in der abendländischen Tradition fest verankert. So erfolgte auch die Missionierung der indigenen Bevölkerung fast immer im Zusammenhang mit der Vermittlung europäischer Kultur, etwa der Vermittlung von Schrift und europäischem Handwerk, mit dem die Ureinwohner Amerikas zunehmend konfrontiert wurden.
In der praktischen Umsetzung waren die Missionare mit der Schwierigkeit konfrontiert, dass das von ihnen gepredigte Idealbild einer christlichen Gesellschaft oft in krassem Gegensatz zu der von ihnen erlebten Wirklichkeit stand, die durch Profitgier und Betrug, loser Sexualmoral und Alkoholmissbrauch der Einwanderer geprägt war. Dies stand dann sehr oft dem Vertrauen zu christlichen Wertehaltungen entgegen.
Ebenso stand die Indianerpolitik der jungen Vereinigten Staaten, die ein striktes Assimilierungsprogramm verfolgte, den Bemühen der Missionare entgegen. Die katholischen Missionare machten sich zu Fürsprechern der indigenen Gemeinden, was dann auch den Unmut der staatlichen Indianeragenten hervorrief.

Großen Einfluss - abseits der Bedeutung der Schulen - hatten dann die Missionare auf die Alltagskultur der indianischen Christen. Christliche Werte wurden mit ganz bestimmten materiellen Ausdrucksformen, vor bei der Kleidung oder in den Wohnformen verknüpft und führte allmählich zu einem nachhaltigen Wandel der indigenen Kultur.

Wesentliche Stücke aus dem Alltagsleben jener Zeit, Mokassins, Kleidung, Schalen, Umhängetaschen und kunstvolle Gegenstände aus Birkenrinde sind in der Ausstellung "Indianer" auf der Schallaburg noch bis 19. Oktober zu sehen

Ein aktueller Tipp:
Indianerfest auf Schloss Schallaburg
23. und 24. August, 9 bis 18 Uhr
Mit einer Schow indianischer Tänzer und Trickreiter, Vorführungen der Jagd- und Kriegskunst der Ureinwohner Amerikas sowie einer Adler-Show und Kurzanimationsshows aus der indianischen Geschichte.
Begleitend ist eine umfassendes Kinderprogramm mit Spiel- und Bastelstationen und der Erfüllung des Kindertraumes, selbst einmal Indianer zu sein - mit Ponyreiten und Bogenschießen.

Näheres zur Ausstellung auf der Schallaburg
Ausstellungen im Gebiet der Diözese