Chancen, Grenzen und Gefahren einer Ökosoziale Marktwirtschaft

Unter dem Motto „Ökosoziale Marktwirtschaft“ diskutierten Anfang Oktober Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Medizin über die Zusammenhänge zwischen Wirtschaft, Ethik und gesellschaftlicher Verantwortung. Ziel war es, einerseits die Anliegen der Ökosozialen Marktwirtschaft zu analysieren, ihre Umsetzbarkeit zu prüfen und Ideen für konkrete Maßnahmen zu entwickeln. Im Hauptreferat sprach der Präsident des Ökosozialen Forums und ehemaligen Landwirtschaftsminister KommR. Dr. Franz Fischler. Unter dem Eindruck der gegenwärtigen Krise des Finanzkapitalismus schien der Zeitpunkt ideal, grundlegende Fragen über Ethik und Verantwortungsbewusstsein in der Wirtschaft zu stellen. Etwa, welche Spielregeln der Markt brauche oder ob er sich bereits verselbständigt habe und wieder in die Gesellschaft zurückgeholt werden müsse.

Einig waren sich die Diskutanten, dass rein produktionsorientiertes Denken nicht angebracht sei, sondern Leistungen für die Allgemeinheit ebenso hoch zu bewerten seien wie wirtschaftliche Effizienz. Einig waren sich Referenten und Teilnehmer auch darüber, dass es leichter sei, nach besseren Regeln zu rufen als sie festzulegen. Wie viele Regeln kann der „freie Markt“ überhaupt verkraften und dennoch frei bleiben, war eine der Fragen. Aufgeworfen wurde auch die Frage, ob Regeln der Freiheit entgegenstehen oder das Fehlen von Regeln die Freiheit genauso zerstören könne. Abt Gregor Ulrich Henckel Donnersmarck vom Stift Heiligenkreuz stellte die grundsätzliche Frage, ob es einen christlichen Impuls gebe, wie „richtig“ zu wirtschaften sei. Seiner Ansicht nach hängen Markt und Demokratie zusammen, doch seien beide Begriffe in sich neutral. Es komme aber darauf an, sie mit Menschlichkeit zu füllen.

Die „Altenburger Begegnungen“ wurden vom vom Abt des Stifts Altenburg Christian Haidinger, Otto Hirsch (Hirsch Malerei und Mehr), Wilhelm Bergsleitner (Firmengruppe Synthesa) und DDr. Hans Hofinger (ÖGV) initiiert. Unter den prominenten Persönlichkeiten aus der Wirtschaft auch namhafte Referenten wie Pfarrer Mag. Michael Chalupka (Direktor der Diakonie Österreich), KommR Mag. Alois Froschauer (Generaldirektor der Linz AG), DDr. Hans Hofinger (Vorstandsvorsitzender des ÖGV), Dr. Heinrich Schaller (Mitglied des Vorstandes der Wiener Börse), Dr. Carl Heiner Schmid (Gesellschafter und Beiratsvorsitzender der Unternehmensgruppe Heinrich Schmid), Msgr. Mag. Helmut Schüller (Universitätsseelsorger Wien und Vorsitzender des Vereins Fairtrade), Dr. Wilfried Stadler (Generaldirektor und Vorsitzender des Vorstandes der Investkredit-Gruppe) und Fürst Georg Starhemberg (Geschäftsführer der Fürst Starhemberg’schen Familienstiftung).

Die Altenburger Begegnungen waren bereits im vergangenen Jahr ein voller Erfolg. Dieses Forum für ethische und wirtschaftliche Fragen könne auch zu einer „fixen Einrichtung“ werden, was aus dem Stift Altenburg zu vernehmen.