Caritas St. Pölten startet Weihnachtsaktion für hungernde Kinder

Mit dem Start der diesjährigen Caritas-Weihnachtsaktion für Kinder in Moldawien und Albanien eröffnete die Caritas St. Pölten zugleich die Fotoausstellung "Menschen am Rand" mit Bildern von Franz Kreiner im Bildungshaus St. Hippolyt. Die Fotoausstellung ist bis 22. Dezember,
von Montag bis Samstag in der Zeit von 8 bis 17 Uhr
und Sonntags von 8 bis 12 Uhr zu besichtigen.
Franz Kreiner hat die Auslandshilfe der Caritas St. Pölten bei ihrer Arbeit in Rumänien, Albanien, Moldawien und Pakistan begleitet und dabei einfühlsame wie auch erschütternde Bilder vom Leben der Menschen gezeichnet.

Als "Glücksausgleichfonds" bezeichnete Caritas-Präsident Franz Küberl die Arbeit der Caritas für die Menschen in den ärmeren Ländern Ost- und Südosteuropas. Die Caritas könne nur das weiterreichen, was sie selbst treuhändisch von Menschen bekommen habe, sagte er. Am Beispiel Moldawiens zeige sich, dass hunderttausende Kinder nur dann eine Chance zu überleben haben, wenn einzelne Menschen und Politiker, aber auch ganze Regierungen wissen, dass es eine Grundverpflichtung gibt, mitzuhelfen, dass sich die Zustände in jenen Ländern ändern können.

Küberl hat zu Beginn dieses Jahres auf einer Reise durch Moldawien die Situation selbst dramatisch erlebt, schildert er. In Tiraspol, einer Stadt im Osten des Landes, habe die Caritas in einem ehemaligen und desolaten Militärgebäude eine Ausspeisungsstätte errichtet, wo täglich 50 Kinder eine warme Mahlzeit bekommen. Für mehr reicht die Küche nicht. Tag für Tag werden 50 hungrige Kinder genährt, die meisten von ihnen ohne Eltern. Etwa 4,5 Millionen Einwohner zählt das Land, 60 Prozent von ihnen sind arbeitslos. Über eine Million Menschen sind ausgewandert, da sie im Land selbst keine Chance auf Arbeit haben. Die geblieben sind, Kinder und alte Menschen, versuchen sich so gut es geht über Wasser zu halten. Mit einer Mindestpension von vier Euro und einem durchschnittlichen Gehalt von 45 Euro im Monat eine Unmöglichkeit.

"Hier lernt man verstehen, wie Kinder zu Straßenkindern werden", sagt Küberl. Die Eltern überlassen ihre Kinder den Großeltern oder Verwandten, um im Ausland Arbeit zu finden. Das kann Jahre dauern. In den engen und überbelegten Wohnungen bedarf es nur kleiner Auseinandersetzungen, kleiner Probleme, und die Kinder gleiten auf die Straße.

Hilfe gibt es kaum. Die Kirche ist klein und auch die Caritas hat nur eine schmale Organisation. "So muss auch die Caritas des Landes klein anfangen: mit einer Suppenküche für die Kinder, einer kleinen Hauskrankenpflege für die Alten und Kranken oder auch mit einem Hilfsprojekt, um Frauen wieder die Heimkehr zu ermöglichen", schildert Küberl. "Was die Caritas in dieser Situation leisten kann, ist, kleine Schritte zu setzen", sagt er. Auch wenn ausländische Caritas-Organisationen aus Holland, Luxemburg und Deutschland helfen, dürfen sie die inländische Caritas nicht überfordern. Projekte müssen so gestaltet sein, dass sie auch vor Ort umgesetzt werden können.

In der Hauptstadt Chisinau hat die Caritas mit der rumänisch-orthodoxen Kirche eine soziale Initiative begonnen. "Ein Ausnahmefall", wie Küberl anmerkt. Das Sozialministerium hat kürzlich die Caritas gebeten, in Tiraspol ein Heim für Straßenkinder zu errichten. "Ich bin überzeugt", so Küberl, "dass wir diesen Menschen konkret helfen können und auch mithelfen werden, dass sich die Caritas Moldawien so weit entwickelt, dass sie selbst helfen kann". Dass wir in Europa in einem reichen Land leben, sei eine Chance und eine Verantwortung, wies er hin. Man dürfe nicht in der Sucht des Reichtums aufgehen, sondern müsse Initiativen setzen und helfen. "St. Pölten hat beim Aufbau der Caritas in Oradea in Rumänien geholfen, sodass diese Caritas heute schon selbständig ist". Dies sei auch in Moldawien und Albanien möglich.

Bei der anschließenden Eröffnung der Ausstellung sagte Bischof DDr. Klaus Küng, dass man den Bildern von Franz Kreiner nicht gleichgültig gegenüber stehen könne, sondern sich so ansprechen lassen müsse, als ob Christus selbst anspricht.

Die Weihnachtsaktion der Caritas unterstützt dieses Jahr den Aufbau der Suppenküchen der Caritas für die Kinder in den beiden ärmsten Ländern Europas Moldawien und Albanien.
Spenden sind erbeten an: Raiffeisenbank St. Pölten, Kto.-Nr. 76.000, BLZ 32585, Kennwort "Hungernde Kinder in Europa"