Caritas-Heimhilfe mit persönlicher Note

Über 700 Stunden sind die Mitarbeiterinnen der Caritas-Sozialstation Kirchstetten Monat für Monat im Einsatz. Mit fachlichem Wissen und großem Einfühlungsvermögen pflegen und betreuen sie Menschen zu Hause, in deren vertrauter Umgebung. Die Regionalleiterin Lea Hofer-Wecer zeigt sich mit der hohen Qualität der geleisteten Arbeit sehr zufrieden. Das können auch die Klienten bestätigen. So etwa die 68-jährige Martha Höllerer aus Ollersbach, die seit Ende März 2003 von der Sozialstation aus betreut wird. Nach einem geplatzten Blutgefäß im Gehirn ist sie halbseitig gelähmt und hat Störungen bei der Bildung von Worten. Doch mit Hilfe der Schwestern der mobilen Pflegehilfe und ihres Lebensgefährten Herbert Dorer kann sie wieder lachen, mit dem Gehstock kurze Strecken gehen und, wenn auch zaghaft, doch wieder einige Worte sprechen. Bei einem Besuch von LAbg Martin Michalitsch sitzt sie im Sessel, streichelt ihre Katze und spricht sogar kurze Sätze. "Unser Vorteil ist, dass wir unsere Klienten in den kleinen Regionen betreuen und sich so ein persönliches Verhältnis aufbauen kann", meint Lea Hofer-Wecer. Das schätzen diese: Es geht nicht nur um die medizinische Versorgung, sondern auch um persönliche Gespräche und Worte, die wieder Mut machen.


Für Maria Binder, "das letzte Haus" in "Gstockert", bereits in der Bergbauernregion südlich von Kirchstetten, war das sehr wichtig. Sie hatte ein offenes Bein (ulcus cruris), das vor einer geplanten Hüftoperation noch verheilen musste. Etwa zwei Jahre, werde das dauern, meinte der behandelnde Arzt. Doch mit eiserner Disziplin und mit Hilfe der Sozialstation konnte das erwünschte Ergebnis bereits in einem halben Jahr erreicht werden. Täglich kam die Caritas-Schwester und hat das Bein verbunden. Derzeit ist nur noch zweimal in der Woche eine spezielle Hautpflege nötig. Nun hat Maria Binder auch schon die Hüftoperation hinter sich und versucht, wieder im Betrieb mitzuhelfen. Denn Sohn und Ehegatte sind auf ihre Mitarbeit angewiesen - zumindest im Haushalt. Noch dazu hatte ihr Mann vor einiger Zeit einen Schlaganfall erlitten und eine Jungbäuerin ist auch noch nicht in Sicht.


Als "oberstes Ziel" der Caritas-Heimhilfe nannte die Pflegedienstleiterin der Caritas St. Pölten, Monika Hoschek, "jeden nach seinen Bedürfnissen zu pflegen" und dabei auch das Umfeld mit einzubeziehen. Ein Anliegen, das auch der Bereichsleiter DSA Walter Reiterlehner unterstrich ist, die pflegenden Angehörigen in die Betreuung mit einzubeziehen. Sie seien der "größte Pflegedienst des Landes". 75 bis 80 Prozent der Pflegebedürftigen würden durch ihre Angehörigen betreut. Sie bräuchten vermehrt Beratung, Begleitung und Entlastung.


Mit der Initiative "Miteinander - Füreinander" hat die Caritas eine Informationskampagne gestartet, um auf die derzeitige Situation und die künftige Entwicklungen und Herausforderungen im Pflegebereich hinzuweisen. Im Zentralraum St. Pölten mit zehn Sozialstationen haben die Mitarbeiterinnen, das sind 45 diplomierte Mitarbeiterinnen, 25 Pflegehelferinnen und 56 Heimhelferinnen, Großteils in Teilzeit, im vergangenen Halbjahr 182.917 Einsatzstunden geleistet.