Caritas-Augustaktion - Aufstand gegen den Hunger

Einen dringenden Appell richtet die Caritas der Diözese St. Pölten an die Menschen in Österreich angesichts der dramatischen Hungersnot in vielen Ländern der Erde, vor allem in Mali und Burkina Faso: Alle 5 Sekunden verhungert ein Kind. Helft, damit diese Kinder leben können! Bei einer Pressekonferenz der Caritas St. Pölten informierte der Tiroler Caritasdirektor Georg Schärmer über die unhaltbaren Zustände in vielen Entwicklungsländern. Alle fünf Sekunden sterbe ein Kind an Hunger. Das seien 6,5 Millionen Mädchen und Buben in einem Jahr. Dies geschehe "abseits von Mikrofonen und medialen Scheinwerfern", ohne besondere Reaktion in den Zeitungen. Mehr als 850 Millionen Menschen hätten weltweit nicht genug zu essen, während sich "am Ende dieses Tages in Österreich wieder unvorstellbare Berge an Lebensmitteln und anderen Konsumgütern angesammelt haben, die auf der Müllkippe landen", führte er drastisch vor Augen.
Dramatisch schildert er die Situation in Burkina Faso: Heuschreckenschwärme hätten über 90 Prozent der Ernte vernichtet. Menschen brechen Termitenhügel auf, um an die dort gesammelten Getreidekörner zu gelangen.
Genug zu essen zu haben, müsse "ein grundlegendes Menschenrecht" sein, fordert der Tiroler Caritaschef. "Entwicklungshilfe muss erhöht, Entschuldungsmaßnahmen fortgesetzt, fairer Handel gefördert, neue Finanzierungsquellen, etwa durch Besteuerung der Devisentransaktionen, erschlossen werden", verlangt er, um die Situation zu ändern. Schärmer wies hin, dass Caritashilfe nicht nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sei. In der Sahelzone wurden seit 1973 Vorratsspeicher gebaut, Brunnen angelegt und zahlreiche Schulungen für landwirtschaftliche Nutzung durchgeführt sowie Gesundheitszentren errichtet. Dadurch sei langfristig geholfen worden und eine weitere Katastrophe bislang ausgeblieben. "Die Saat ist aufgegangen", kann er heute feststellen.

"Hunger fällt nicht vom Himmel, sondern ist ein himmelschreiendes Unrecht" stellt der St. Pöltner Caritasdirektor Mag. Friedrich Schuhböck fest.
Gegenüber dem Vorjahr, in dem durch die Augustaktion 551.000 Euro für Projekte in der Dritten Welt gespendet wurden, erhoffe er sich Angesicht der diesjährigen dramatischen Situation eine deutliche Steigerung. Die Caritas kenne verschiedene Formen der Hilfe, zählte er auf: Dringende Soforthilfe nach Katastrophen, Starthilfe zur Selbsthilfe und nachhaltige Hilfe. Dazu gehören etwa Ziegen, die einer Familie zur Verfügung gestellt wird, und die diese mit Milch versorgen könne. Die Caritas plant, im Osten Afrikas etwa 10.000 Familien mit dem Ankauf einer Ziege zu helfen. Kostenpunkt: 20 Euro pro Ziege. Mit 17 Euro kann ein landwirtschaftliches "Startpaket" mit Saatgut und einfachen Geräten zur Verfügung gestellt werden und 15 Euro sichern einer ganze Familien einen Monat lang das Essen.
Die Ziegen sind widerstandsfähig, genügsam und ausdauern, die können sich den dortigen Verhältnissen und klimatischen Bedingungen gut anpassen und seien auch mehrfach verwertbar, wies Caritasdirektor Schuhböck hin.
Zur Demonstration stellte der Niederösterreichische Landeszuchtverband für Schafe und Ziegen unter Johann Hörth zwei Buren-Ziegen vor, einer einst aus Afrika stammenden Rasse, die in Niederösterreich von Irene Mayerhofer aus Brand-Laben gezüchtet wird.

Josef Muhr, Sekretär der katholischen Männerbewegung unterstrich die Bedeutung der Augustaktion, die seit Jahren auch von der Katholischen Männerbewegung in den Pfarren und Dekanaten wesentlich mitgetragen wird.

Spenden sind unter dem Kennwort "Augustsammlung" auf das Konto 76.000 bei der RAIBA St. Pölten, BLZ 32585 erbeten.
Erlagscheine liegen in allen Banken und Postämtern auf.