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Brücken von Mensch zu Mensch

Der Österreichische Bauorden und die Hans Klingler-Stiftung erhielten am 20. Mai 2005 von der Papst Leo-Stiftung in Horn den Preis für besondere Verdienste um die Katholische Soziallehre überreicht. Die Überreichung nahm der Direktor des Pastoralamtes, Msgr. Wilfried Kreuth vor. Die Preisträger wurden vom Stiftungskuratorium nach öffentlicher Ausschreibung aus über 30 Einreichungen ausgewählt.


Bauorden


Der Österreichische Bauorden organisiert Arbeitseinsätze für Jugendliche aus verschiedenen Ländern für die Durchführung von Renovierungs- und Bauvorhaben, die sonst nur schwer finanzierbar wären, vor allem Waisen-, Behinderten- und Kinderheime, Jugend- und Begegnungszentren sowie kirchliche und private Sozialeinrichtungen. "Mit jedem Bau werden auch Brücken von Mensch zu Mensch gebaut", unterstrich Abt Bernhard Naber in der Laudatio. In jeder dieser Hilfsarbeiten werde "wirkliche Hilfe" geleistet, um damit ein "wirklich menschliches und menschenwürdiges Europa" zu erbauen. Aus diesen kleinen Keimzellen kann auch ein neues Europa entstehen, untermauerte der Abt. Der Bauorden bewirke nicht nur ökonomische, sondern auch menschliche Wertschöpfung, betonte er.
Der Präsident des Bauordens, Gerhard Weisskircher ergänzte, dass schon seit Beginn dieser Einrichtung weibliche Mitarbeiterinnen im Bauorden tätig seien, die heute auch "Krampen, Schaufel und Hammer selbst in die Hand nehmen". Die Solidarität der jugendlichen Mitarbeiter reiche weit über sprachliche, nationale, ethnische und religiöse Grenzen und Barrieren hinweg.


Hans Klingler-stiftung


Als zweite Organisation wurde die Hans-Klingler-Stiftung ausgezeichnet, die sich seit zehn Jahren um die Umsetzung christlicher Gewerkschaftssolidarität auf der Basis der Katholischen Soziallehre in Ländern der Dritten Welt sowie in Ost- und Mitteleuropa bemüht. Der Wallfahrtspfarrer von Maria Dreieichen, P. Robert Bösner, ging in seiner Laudatio vor allem auf das Leben und Wirken von Hans Klingler ein, dessen Engagement die Stiftung seit zehn Jahren weiter führt. Sie habe "in den zehn Jahren ihrer Tätigkeit bis heute eine erfolgreiche Aufbauarbeit im Sinne von Hans Klingler geleistet", betonte P. Robert.
Der Stellvertretende Vorsitzende der Stiftung, Richard Paiha, hob hervor, dass die Stiftung auch in Zukunft bemüht sei, die Ideen Hans Klinglers nach der Methode von Kardinal Joseph Cardijn, sehen - urteilen - handeln, fortzusetzen. Vor allem in Ländern der Dritten Welt seien neue Aufgaben entstanden, sagte er. So bemüht sich die Stiftung, in Togo durch Alphabetisierung und Ausbildung von Männern zu "Mopedtaxifahrern" Familien eine gesicherte Existenz zu schaffen. Paiha rief in diesem Zusammenhang auf: "jeder Gewerkschafter muss einem Menschen eine Existenz gesichert haben". Der Papst-Leo-Preis selbst, so Paiha, sei dabei eine große Motivation, die bisherigen Arbeit weiterzuführen.


Auch in ihren Grußworten unterstrichen der Horner Bürgermeister Alexander Klik, die ÖGB-Bundesvorsitzende-Stellvertreterin Christine Gubitzer und der Präsident des NÖ Landtages, Edmund Freibauer die Bedeutung der Papst-Leo-Anerkennungspreise für die Umsetzung der Katholischen Soziallehre. Diese sei für viele Menschen "wie ein Licht und ein Weg, auf dem sie weitergehen wollen". Die Preisträger haben gezeigt, so Freibauer, dass die Nutzung der heutigen Möglichkeiten, das soziale Handeln zu globalisieren, für die Welt ein Segen sein kann.


Grußbotschaften kamen auch vom Apostolischen Nuntius in Österreich, Erzbischof Dr. Georg Zur, Diözesanbischof DDr. Klaus Küng und Sozial- und Wirtschaftsminister Dr. Martin Bartenstein.