Blinde wanderten auf den Hemmaberg

Mit Wasser aus der Rosalien-Quelle am Hemmaberg bei Globasnitz in Kärnten feierten die Teilnehmer der Wanderwoche des Blindenapostolates der Diözese St. Pölten in den Resten einer alten Taufkirche die Tauferneuerung und anschließend mit Kanzler Dr. Gottfried Auer Gottesdienst in der Gemeindekirche. "Es war ein eindrucksvolles Erlebnis" berichteten die Blinden. Acht Tage lang hatten die 18 Teilnehmer aus mehreren Bundesländern mit einigen Gästen aus Bayern vom Bildungshaus Sodalitas in Tainach aus Unterkärnten entdeckt. Sie meditierten mit Rektor Joze Kopeinig den von verschiedenen Kärntnern gestalteten Kärntner Kreuzweg in Stein im Jauntal, wanderten durch die Trögener Klamm und zum Wildensteiner Wasserfall und besuchten den Vogelpark in St. Primus.
Besonders beeindruckend war die Führung durch die Tropfsteinhöhle am Obir. Bruno Etzenberger aus Wien: "Die klingende Höhle war auch für Blinde einfach toll, wenn Johann Sebastian Bach im Berg erklingt."
Der Bibel- und Liturgiereferent der Diözese Gurk, Mag. Klaus Einspieler, führte die Sehbehinderten und ihre Begleiter auf dem Meditationsweg "Ad Fontes" auf den Berg und stimmte sie auf den historisch dichten Ort ein.
In Edling feierte die Gruppe den zweisprachigen Sonntagsgottesdienst mit, wobei ein Blinder die Lesung vortrug und einige Teilnehmer Fürbitten aussprachen. Heinz Kellner, der Leiter der Gruppe: "Es ist uns jedes Mal ein Anliegen, auf unseren Wanderwochen Land und Leute kennenzulernen. Dazu gehört auch, wie sie ihren Glauben leben und feiern". Traudl Möhner aus München: "Ein Tag war schöner als der andere."

Im kommenden Jahr wird die Kultur- und Wanderwoche im Rahmen der vom ehemaligen Linzer Blindenseelsorger Pater Wilfried Lutz gegründeten Blindenfreizeiten voraussichtlich nach Südtirol führen. Organisator Heinz Kellner: "In Kärnten hat es uns aber so gut gefallen, dass wir sicher wieder kommen werden."