Blinde besuchen christliche Kirchen

Verschiedene christliche Konfessionen konnten Blinde und Sehende bei einem ökumenischen Wochenende im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten kennenlernen. Unter dem Motto "Der gemeinsame Weg als Bereicherung" besuchte die Gruppe die Kirchen und Gebetsstätten von vier christlichen Konfessionen in St. Pölten. Es waren dies die serbisch-orthodoxe Kirche in Stattersdorf, die altkatholische Kirche in der Wienerstraße, die methodistische in der Kalcherstraße und die lutherisch-evangelische Kirche in der Julius Raab-Promenade.

Die Leitung dieses Wochenendes hatte der Rektor des Bildungshauses St. Hippolyt, Dr. Gottfried Auer, der auch Vorsitzender-Stellvertreter des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich ist. Organisiert wurde das Wochenende vom Blindenapostolat. In der serbisch-orthodoxen Kirche, der einstigen Pfarrkirche von Stattersdorf, empfing Johannes Bolic, der Bruder des Pfarrers Ljubomir Bolic, die Gruppe, bei der auch zwei Teilnehmer der rumänisch-orthodoxen Kirche angehörten. Das Gotteshaus, erst vor wenigen Jahren der orthodoxen Kirche übergeben, zeigte sich bereits mit der für orthodoxe Kirchen typischen Ikonostase, die erst vor wenigen Wochen errichtet wurde. Johannes Bolic informierte über die Einrichtung der Kirche, das Glaubensverständnis, die Glaubenspraxis, die Spiritualität und die Struktur dieser christlichen Gemeinschaft.
Auch in den anderen Kirchen erhielten die Teilnehmer, die sich mit Dr. Auer bereits eingehend über diese christlichen Kirchen informiert hatten, weitere Informationen, vor allem über die Gotteshäuser und die religiöse Praxis.
Der folgende Tag führte die Gruppe zu einer kleinen Wanderung auf den Jauerling mit anschließendem Besuch der Wallfahrtskirche von Maria Laach. Bei der weiteren Fahrt durch die Wachau besuchten die Teilnehmer auch den Fundort der Venus von Willendorf.